Neue Chefin: Claudia Krütten übernimmt Tourismus und will eng mit Eifel und Luxemburg kooperieren

Neue Chefin: Claudia Krütten übernimmt Tourismus und will eng mit Eifel und Luxemburg kooperieren

Die neue Chefin in der deutsch-luxemburgischen Touristinformation in Wasserbilligerbrück heißt Claudia Krütten. Die Eifelerin setzt unter anderem auf barrierefreien Tourismus und Kooperationen.

Langsur. Die Neue kennt sich aus in der Region. Denn als Kreisjugendfeuerwehrwartin ist sie so etwas wie die Chefin aller Nachwuchsfeuerwehrmänner und -frauen im gesamten Landkreis Trier-Saarburg. Da kommt man viel rum. Hauptamtlich kümmert sich die 37-Jährige aus Zemmer um die Ferienregion Trierer Land. In dieser Rolle ist sie für den Tourismus in der Verbandsgemeinde Trier-Land und in der Gemeinde Mertert-Wasserbillig zuständig. Sie ist Nachfolgerin von Kerstin Schwarz, die zu einem luxemburgischen Unternehmen gewechselt ist.

Für ihre neue Aufgabe hat Krütten sozusagen die Seite des Schreibtischs gewechselt. 17 Jahre lang hat die gelernte Reiseverkehrskauffrau in einem Reisebüro gearbeitet und dort Urlaubsreisen verkauft. Nun überlegt sie gemeinsam mit Anbietern, welche Urlaubsangebote gut ankommen. Schon bei ihrer früheren Arbeitsstelle habe sie Führungsaufgaben übernommen, sagt Krütten. "Deshalb war der Wechsel keine allzu große Umstellung." Anders als ihre Vorgängerinnen hat sie nur eine 70-Prozent-Stelle. Das hat die neue Chefin so ausgehandelt. Wolfgang Reiland, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, sagt: "Ursprünglich sollte das wieder eine Vollzeitstelle sein. Doch Claudia Krütten hat uns mit ihrem Plan überzeugt." Der sieht vor, dass die fehlenden 30 Prozent von einer Mitarbeiterin übernommen werden, die sich um die Kundenkontakte kümmert.Fachleute aus der Eifel


Konzeptionell will Claudia Krütten, die an ihrem Bachelor-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre arbeitet, weiter auf die Zusammenarbeit vor allem mit Touristikfachleuten aus der Eifel setzen. Das tut sie trotz oder gerade wegen der besonderen Ausgangslage. Sie ist einerseits zuständig für den Tourismus in Gemeinden in Luxemburg und Deutschland. Andererseits umfasst die Verbandsgemeinde Trier-Land acht Gemeinden in der Eifel, eine an der Mosel und zwei am Fuß des Hochwalds. Krütten: "Natürlich kümmere ich mich um Anbieter und Angebote in allen Gemeinden." Doch habe sich gezeigt, dass die Gemeinsamkeiten mit der Südeifel überwiegen. Ebenfalls sehr wichtig für ihre Aufgabe ist die Kooperation mit der Touristinformation des Müllerthals. Jüngstes Ergebnis der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist eine Wanderkarte mit dem Titel "Wandern im Land der drei Flüsse". Darin sind Touren in Oberbillig, Langsur oder Manternach zu finden.

Zum 1. Juli ist dann auch wieder das Team der Touristinformation im bunten Haus an der Sauermündung in Langsur-Wasserbilligerbrück komplett. Dann nimmt die Nachfolgerin von Marie-Ange Speltz ihre Arbeit auf. Die Luxemburgerin war viele Jahre lang so etwas wie der luxemburgische Beitrag zur Touristinformation, die seit ein paar Monaten in sanierten Räumen an der Grenzbrücke residiert.

Die Räume sind neu, die Belegschaft ist komplett. Was will man da mehr. Ist Claudia Krütten nun wunschlos glücklich? Sicher nicht, sagt die Chefin der Tourist-info, die gleichzeitig auch Geschäftsführerin des Vereins Ferienregion Trier-Land (siehe Extra) ist. Krütten: "In einigen Betrieben ist die Nachfolgefrage nicht geregelt", sagt sie. Und wenn das nicht geklärt sei, würde oft nicht investiert. Obwohl das in einigen Betrieben dringend nötig wäre. Zudem wünscht sie sich, dass sich die Gastronomen bei den Öffnungszeiten besser absprechen, damit der Gast auf Anhieb ein Lokal finden kann, wo er bewirtet wird.

Jenseits dieser konkreten Ziele gibt es jedoch auch so etwas wie eine Vision für die Zukunft des Tourismus im Trierer Land. "Ich sehe für unsere Region eine gute Chance im barrierefreien Tourismus", sagt Krütten. Dabei gehe es nicht nur um Angebote für Rollstuhlfahrer, sondern auch solche für Blinde oder Gehörlose. Schon jetzt gebe es Beispiele, wie man sich durch relativ einfache Dinge in diesem Segment einen Namen machen könne.
Extra

Der Verein Ferienregion Trier-Land ist 1999 gegründet worden und für den Tourismus in der VG Trier-Land zuständig. Die elf Ortsgemeinden sowie 89 Betriebe und Privatpersonen sind derzeit Mitglied im Verein. Die Aufgaben des Vereins sind unter anderem die Steigerung der Bekanntheit des Trierer Lands, die Kooperation mit anderen Tourismusorganisationen und die Qualitätssteigerung des Übernachtungsangebots. har

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