Neue Firma prüft neue Routen für Müllentsorgung in Trier-Saarburg

Abfall : Neue Firma prüft neue Routen

Ab 1. Januar 2018 sammelt das Recyclingunternehmen Remondis die Gelben Säcke in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg ein. Dadurch könnten sich zum Beispiel die Abholzeiten ändern.

Trier Lieber wäre es Georg Eicker gewesen, wenn der Wechsel im Frühling oder Sommer stattgefunden hätte. "Aber der Auftrag war nunmal zum 1. Januar ausgeschrieben", sagt der Geschäftsführer der Remondis GmbH & Co. KG (siehe Extra). Ab diesem besonderen Datum ist Remondis für das Abholen der Gelben Säcke, in denen die Bürger Verpackungsmüll für die Rohstoffrückgewinnung sammeln, in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg zuständig.
"Durch die Feiertage zuvor verschieben sich ja die Abholtermine immer ein bisschen. Und dass wir eventuell bei Eis und Schnee mit unserer neuen Aufgabe starten, macht die Sache auch ein bisschen schwieriger. Aber wir werden das schaffen", sagt Eicker. Neuland betritt die Remondis schließlich nicht. Der Abfallriese mit Sitz im nordrhein-westfälischen Lünen sammelt schon länger im Vulkaneifelkreis und im Eifelkreis Bitburg-Prüm die Gelben Säcke ein.
In Trier und im Landkreis Trier-Saarburg war die ART bislang damit beauftragt, die Gelben Säcke einzusammeln. Als die Duales System GmbH im vergangenen April den Auftrag für die Jahre 2018 bis 2020 neu ausschrieb, unterbot Remondis den Trierer Platzhirsch allerdings im Preis. Der Auftrag ging an die Westfalen (der TV berichtete).
Für die Bürger in Stadt und Landkreis soll sich durch den Wechsel nichts ändern. "Alle Modalitäten hat das Duale System unverändert in unserem Vertrag festgeschrieben", sagt Eicker. Beispielsweise müssen Altpapier - für das weiter der ART zuständig ist - und Plastikmüll am gleichen Datum bei den Haushalten abgeholt werden. "Es wird also auch künftig keinen Extratermin für die Gelben Säcke geben, weder in der Stadt noch im Landkreis", sagt Eicker.
Auch die Ausgabestellen für neue Rollen mit Gelben Säcken - in der Stadt gibt es etwa 20, im Landkreis über 70 Verteilstellen - blieben gleich und würden nicht reduziert.
Auf die Qualität der Gelben Säcke haben die Abholbetriebe übrigens keinen Einfluss: "Das Duale System bestimmt die Qualität der Sammelsäcke und gibt uns diese vor", sagt Eicker.
Für den Abtransport der Gelben Säcke in Trier und dem Landkreis habe Remondis neue LKW gekauft. Statt orangefarben - wie die ART-Wagen - sind diese weiß mit rotem Remondis-Schriftzug und etwas kleiner als die bisherigen ART-Wagen. "Welche Routen wir bei den jeweiligen Touren durch die Stadtteile und im Landkreis fahren, werden wir noch genau analysieren - und vielleicht anders planen, als die ART bisher gefahren ist", sagt Eicker. Es könne daher sein, dass sich in einigen Straßen die bisher gewohnte Uhrzeit ändert. "Wo beispielsweise immer gegen 11 Uhr die Gelben Säcke abgeholt wurden, kommen wir eventuell schon um 7 Uhr vorbei", sagt Eicker. Es sei daher sehr wichtig, dass die Bürger unbedingt schon am Vorabend des Abfuhrtermins die Gelben Säcke an die Straße stellen.
Für Fragen und Beschwerden hat Remondis ab Januar eine Hotline eingerichtet: 0800/1223255.
Extra: VOM FAMILIENBETRIEB ZUM MEGAUNTERNEHMEN


Die Remondis GmbH&Co.KG ist aus einem ehemals mittelständischen Familienbetrieb im westfälischen Lünen entstanden. Heute setzt das Megaunternehmen an 800 Standorten in 33 Ländern auf vier Kontinenten pro Jahr 6,1 Milliarden Euro mit dem Einsammeln und Wiederverwerten von Abfällen um. An seinen Standorten in Trier und Bitburg beschäftigt Remondis bislang 80 Mitarbeiter und setzt nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro jährlich um. Für die neue Aufgabe, die Gelben Säcke in Trier und Trier-Saarburg abzuholen, würden etwa 15 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. (woc)Extra: 6000 TONNEN MÜLL, SECHS MILLIONEN SÄCKE


Laut ART werden insgesamt etwa 6000 Tonnen Verpackungsmüll in Gelben Säcke pro Jahr in Trier und im Landkreis eingesammelt. Dafür seien jährlich über sechs Millionen Säcke ausgegeben worden - etwa 55 Stück pro Bürger und Jahr. Eine Vielzahl der Säcke würde allerdings zweckentfremdet. 900 000 Euro bekam der ART nach Informationen unserer Zeitung bislang vom Dualen System für das Einsammeln des Verpackungsmülls. Auf drei Jahre gerechnet fehlen dem ART damit 2,7 Millionen Euro Einnahmen - allerdings nicht im öffentlichen Haushalt des Zweckverbandes, sondern im Etat eines privatrechtlich agierenden Unternehmensbereichs. "Die wirtschaftlichen Folgen durch den Auftragsverlust halten sich für den ART in Grenzen", erklärt ART-Chef Max Monzel. Die Fahrer der Gelbe-Sack-LKW würden künftig an anderen Stellen im Betrieb eingesetzt, sagt Monzel. Sechs weitere Einsammler, die die ART von einer Zeitarbeitsfirma geliehen hatte, würden künftig nicht mehr benötigt. Der ART sammelt ab 2018 den Plastikmüll zwar nicht mehr ein, wird ihn aber weiter sortieren. Und zwar durch die Tochtergesellschaft ART Abfallberatungs- und Verwertungsgesellschaft auf dem ART-Gelände im Trierer Hafen. Über 100 000 Tonnen Müll würden dort pro Jahr verarbeitet, sagt Monzel. (woc/wie)