Neue Heimat für 150 Sänger hinterm Dom

Neue Heimat für 150 Sänger hinterm Dom

Die Ensembles der Dommusik musizieren für ihr neues Chorhaus: Am Samstag, 12. November, geben sie ein Konzert im Trierer Dom. Das neue Gebäude hinter der Domkirche soll Ende des Jahres eingeweiht werden.

Trier. Zum ersten Mal musizieren alle Ensembles der Dommusik am Samstag gemeinsam: die Domsingknaben, der Mädchenchor, das Vokalensemble, die Dombläser und Josef Still an der Orgel unter der Leitung von Stephan Rommelspacher und Thomas Kiefer. Anlass für das Konzert: Für den Neubau des Chorhauses hinter dem Dom soll ein neuer Flügel angeschafft werden. Dafür sollen die Spenden, auf die die Dommusikfamilie hofft, verwendet werden.
Die Notwendigkeit, den Proberaum der Chorfamilie des Doms zu erneuern, stand schon seit gut zehn Jahren fest, doch sollte es bis 2010 dauern, bis tatsächlich mit dem Neubau an alter Stelle begonnen werden konnte. Da der bisherige, in den 50er Jahren errichtete Bau auf dem Gewölbe des "romanischen Saals" aus dem 11. Jahrhundert aufsaß, wurde nach vorbereitenden archäologischen Grabungen zunächst ein Gerüst aufgebaut, das das Gebäude komplett überdachte. "So war der historische Bau geschützt, während wir vom Chorhaus zunächst das Dach und dann das Mauerwerk abtrugen", erklärt der Architekt Karl Feils.
Während der Errichtung des jetzt zweistöckigen Neubaus wurde der romanische Saal abgestützt. Ein Statiker überwacht ständig, ob die historische Bausubstanz die neue Last auch schadlos trägt.
Kleinere Probleme machte letztlich nur der Abriss des 50er-Jahre-Baus: "Da haben wir zum Beispiel Asbest im Fensterkitt gefunden und mussten den dann aufwendig entsorgen", sagt Feils. Ansonsten sei aber alles sehr gut gelaufen. Und das ist umso bemerkenswerter, da parallel zum Neubau ja auch das davorliegende, jetzt Bischof-Stein-Platz genannte Areal aufwendig neu gestaltet wurde.
Barrierefreier Zugang


Aber auch hier kann Feils nur Lob aussprechen: "Da hatten wir eine gute Kommunikation mit dem Tiefbauamt, damit wir uns da nicht gegenseitig Knüppel zwischen die Beine werfen."
Ein neuer Treppenhausturm, der das Gebäude nördlich abschließt, stellt nicht nur den heutzutage obligatorischen zweiten Fluchtweg aus dem Gebäude zur Verfügung, sondern macht auch das historische Erdgeschoss zugänglich - barrierefrei, dank langer Rampe: "Damit könnte der romanische Saal in Zukunft auch öfters für Veranstaltungen genutzt werden", sagt Architekt Feils.
Für Ende des Jahres ist die offizielle Einweihung des neuen Chorhauses angepeilt: Rechtzeitig zur Heilig-Rock-Wallfahrt verfügt die Chorfamilie dann über mehr als doppelt so viel Platz wie vorher - und eine ausgezeichnete Akustik.
Extra

Die Musiker schlagen am Samstag, 12. November, im Dom ab 17 Uhr in 90 Minuten einen Bogen vom Gregorianischen Choral bis in die Moderne: Unter anderem spielt Josef Still französische Orgelmusik des 19. Jahrhunderts, und die Dombläser steuern Festliches aus Renaissance und Romantik bei. Am Schluss werden alle rund 150 Sänger gemeinsam mit den Konzertbesuchern die neue Wallfahrtshymne "Freu dich, du Christenheit" singen. Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten. fgg

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