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Neue Höchstmarke bei Wohnungsbaukrediten

Neue Höchstmarke bei Wohnungsbaukrediten

Statt das Ersparte auf dem Bankkonto zu horten, geben immer mehr Sparkassenkunden ihr Geld sofort aus - und investieren in den Wohnungsbau. Dies sicherte der Sparkasse Trier trotz niedriger Zinsen im vergangenen Jahr gleichbleibende Erträge.

Trier. Weil von jedem Bankgeschäft für die Sparkasse Trier derzeit weniger übrig bleibt, muss sie sich umso mehr zur Decke strecken, um ihre Erträge auf einem ähnlichen Niveau zu halten. Denn niedrige Zinsen und der Wettbewerb um die Kundengelder beeinträchtigen die Arbeit des größten Kreditinstituts der Stadt Trier. "Dennoch konnten wir unsere Stellung halten und unseren Erfolgskurs fortsetzen", bilanziert der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier, Remigius Kühnen, die Jahreszahlen.Kredite als Wachstumsträger


Denn das gesamte Geschäftsvolumen aus Vermögen, Krediten und Wertpapieranlagen ist erstmals auf rund sieben Milliarden Euro geklettert. Grund dafür ist nicht zuletzt die gute Wirtschaftslage in der Region Trier. "Die Sparkasse ist das Spiegelbild der Region", sagt Kühnen, folglich sei man "sehr zufrieden mit 2013".
So hat die gute Arbeitsmarktlage mit dazu beigetragen, dass die Kundeneinlagen der Privatkunden um knapp drei Prozent gestiegen sind (siehe Grafik). Während die öffentlichen Haushalte ihr Erspartes um rund 60 Millionen Euro verkleinert haben, waren bei den Privatkunden vor allem Tagesgelder gefragt.
Hauptwachstumsträger des Sparkassenerfolgs - Bilanzsumme und Jahresüberschuss konnten im Jahresvergleich leicht gesteigert werden - war das Kreditgeschäft. Der Bestand erhöhte sich nicht nur um 4,5 Prozent, auffällig ist vor allem, dass das Wachstum zu zwei Dritteln durch die Nachfrage von Privatpersonen gedeckt wurde. Vor allem durch die Nachfrage nach Immobilienkrediten. Mit rund 336 Millionen Euro und 4416 neu bewilligten Wohnungsbaukrediten wurde 2013 gar eine neue Höchstmarke gesetzt. "Die Flucht in die Sachwerte hält weiter an", bilanziert Vorstand Günther Passek. Auch bei den Unternehmen blieben die Investitionskredite weiter gefragt.
Dass sich dabei gar eine Immobilienblase abzeichne, bestätigte der Sparkassenvorstand nicht. Man sei zwar an der Preisobergrenze angelangt. "Derzeit fehlt den Leuten wegen der niedrigen Zinsen jedoch einfach eine alternative Anlageform", sagt der dritte Sparkassenvorstand Dr. Peter Späth. So sei auch der Anteil der Kapitalanleger aus dem Trierer Umland gestiegen, die im Oberzentrum investieren wollen. Diese hätten auch den Rückzug von Luxemburgern aus dem Trierer Immobilienmarkt neutralisiert. Folglich bleiben die Bänker der Sparkasse Trier "verhalten optimistisch. Wir sind eine kerngesunde Sparkasse", sagt Vorstand Kühnen.
Dennoch habe man sich darauf eingestellt, dass die Margen weiter verfallen und die Kunden noch stärker umworben werden müssten.Extra

Mit rund 950 Beschäftigten ist die Sparkasse Trier einer der größten Arbeitgeber der Region. Von 1200 Mitarbeitern bei der Fusion von Kreissparkasse und Stadtsparkasse im Jahr 1995 ist die Zahl kontinuierlich gesunken. "Sozialverträglich", wie Vorstandschef Remigius Kühnen betont. Bis 2017 sinkt die Zahl weiter - um rund 30. Der Grund: "Die Margen werden geringer. Da müssen wir Kosten senken." Und gleichzeitig müsse der Nachwuchs ausgebildet werden - derzeit gibt es 64 Sparkassen-Azubis. Bleiben die Bankerträge gleich, profitieren auch Stadt und Kreis von den vier Sparkassenstiftungen. Im Jahr 2013 waren es 1500 Projekte mit gut drei Millionen Euro. In diesem Jahr soll erstmals ein Projekt durch die 2012 gegründete Umweltstiftung finanziert werden. sas