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Neue Idee für die Neustraße: Fußgängerzone in den Sommermonaten

Neue Idee für die Neustraße: Fußgängerzone in den Sommermonaten

Seit knapp einem Jahr gibt es keine Parkplätze mehr im mittleren Teil der Neustraße. Doch es wird weiterhin falsch geparkt, im unteren Teil der Straße hat sich die Situation sogar verschärft. Nun kommt ein neuer Vorschlag ins Spiel: Aus der bisherigen Spielstraße könnte in Sommermonaten eine Fußgängerzone werden.

Trier. Frühlingserwachen à la Neustraße: Alle Falschparker sind schon da. Im Mittelabschnitt zwischen German- und Pfützenstraße stehen am Mittwochvormittag sieben PKW. Und ein großer Transporter, der Waren anliefert für das Kaufhaus Popp, das am 17. April eröffnet. Im verbleibenden Straßenraum versuchen Fußgänger, Radfahrer und Anliegerverkehr aneinander vorbeizukommen. Ein schwieriges Unterfangen, wie auch die Mutter eines etwa dreijährigen Mädchens feststellt: Zwischen zwei parkenden Autos muss sie das Kind an der Anorak-Kapuze festhalten, damit es nicht vor einen herannahenden Motorroller läuft, den die Kleine nicht hatte sehen können. Genau solche Situationen hat die Stadtverwaltung ausschließen wollen, als sie im Mai 2012 dem Wunsch der 50 Mitgliedsbetriebe der Interessengemeinschaft (IG) Neustraße nachkam und das halbe Dutzend öffentlicher Parkplätze zwischen den Einmündungen German- und Pfützenstraße aufhob. Doch Falschparken ist weiterhin an der Tagesordnung; selbst häufigere Kontrollen haben daran nichts geändert. Dennoch zeigt sich die IG-Vorsitzende Aloysia Melchior (52) "nicht unzufrieden, denn der Park-Such-Verkehr hat deutlich nachgelassen". Was auf das 2012 an der Ecke Germanstraße aufgestellte Schild mit der Botschaft "Keine öffentlichen Parkplätze im weiteren Verlauf" zurückzuführen sei. Doch sie schränkt ein: "Meine Einschätzung bezieht sich auf den mittleren Abschnitt, in dem sich mein Geschäft befindet. Von Kollegen im unteren Bereich weiß ich, dass die Situation für sie schlimmer geworden ist."
Was am Mittwoch ganz offensichtlich ist. In besagtem Bereich zwischen Kaiser- und Germanstraße gibt es zwar einige öffentliche Stellplätze, doch geparkt wird auch abseits der ausgewiesenen Flächen, und das stärker als bis vor einem Jahr. "Heute wird oft beiderseits der Straße geparkt, selbst vor Schaufenstern und Ladentüren", bestätigt IG-Vorstandsmitglied Beatrix Reitmeyer (52). Wenn heute Abend die in der IG organisierten Händler, Gastronomen und Dienstleister zum monatlichen Stammtisch zusammenkommen, will die Optikermeisterin einen Vorschlag ins Gespräch bringen: Die Neustraße solle im unteren und mittleren Abschnitt das werden, was sie im oberen Teil (zwischen Pfützen- und Brotstraße) längst ist: eine Fußgängerzone. "Aber in diesem speziellen Fall nicht übers ganze Jahr. Ich denke an die Sommermonate", sagt die Optikermeisterin. Diese Idee kam ihr kürzlich bei einem Aufenthalt im bayerischen Günzburg: "Dort ist der Marktplatz von März bis Oktober Fußgängerzone - eine tolle Sache, über die man auch in Trier nachdenken könnte."
Die zuständige Dezernentin Simone Kaes-Torchiani will erst einmal die aktuelle Situation beobachten und Ende des Jahres Bilanz ziehen, hat sich aber schon mehrfach dafür ausgesprochen, der Neustraße die ihr gebührende "hohe Aufenthaltsqualität" zukommen zu lassen. Ein Schritt auf diesem Weg soll das Aufstellen eines von Blumenkübeln flankierten Pavillons an der Stelle zweier aufgehobener Parkplätze an der Einmündung Viehmarkstraße sein. Die Projektkosten will die IG, die Patenschaft und Pflege der benachbarte Blumenladen übernehmen. Geplante Einweihung ist beim Neustraßenfest am 25. Mai.