Neue Ideen für das umstrittenste Schulprojekt Triers

Schulsanierung : Neue Ideen für das umstrittenste Schulprojekt Triers

Die Stadtverwaltung Trier hat die erste Planung für die Sanierung der Egbert-­Grundschule fertig. Sie überrascht mit dem Vorschlag, auf dem Gelände auch eine Kita zu bauen.

Der Start in die Sitzung des Schulträgerausschusses der Stadt Trier am Dienstagabend war ungewöhnlich. Denn bevor es richtig losgehen konnte, mussten die Mitglieder zunächst nichtöffentlich darüber abstimmen, ob der Planungsstand zu der umstrittenen Sanierung der Egbert-Grundschule öffentlich diskutiert werden sollte. Was wenig später mit Zustimmung der Mehrheit von Frank Simons, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft Trier (GWT), vorgestellt wurde, ist tatsächlich dazu geeignet, die öffentliche Diskussion noch einmal zu beleben.

Nach zwei Machbarkeitsstudien und ebenso vielen Workshops geht die Verwaltung mit drei Unterschiedlichen Konzepten in die weitere Diskussion, wobei sie die Minimalsanierung (2,27 Millionen Euro) bereits jetzt nicht in die engere Wahl einbezieht. Ins Rennen um die Zustimmung des Stadtrates wird ein Konzept gehen, das eine energetische Sanierung vorsieht. Statt des zuletzt genutzten Pavillons sollen drei Klassenräume neu gebaut werden. In der barrierefreien Schule soll es neue Toiletten und eine sanierte Mensa geben. Drei Millionen Euro wären dafür nach derzeitigen Schätzungen zu investieren. Eine Kostenreduzierung könnte noch die Haustechnik bieten.

Foto: Rumpf Architekten Andernach

Favorit der Verwaltung und nach den ersten Reaktionen auch des Stadtrates wird aber die erweiterte Planung sein, die den Neubau der derzeit einige Hundert Meter entfernten Kindertagesstätte St. Agritius auf dem Gelände der Grundschule vorsieht (siehe Grafik). Dann könnte auch die Schule von einer gemeinsamen Frischküche und einer neuen Mensa profitieren. Beides müsste neu gebaut werden. Positive Vorgespräche mit der Kita St. Agritius habe es gegeben, sagt Schuldezernentin Elvira Garbes: „Das derzeitige Gebäude der Kita ist nicht mehr zu sanieren. Zudem braucht die Einrichtung mehr Platz. Deshalb besteht die Bereitschaft zu einer Verlagerung.“

Die Kosten für die Sanierung der Egbert-Schule und die notwendigen Anbauten würden dadurch auf etwa 3,8 Millionen Euro steigen, wobei der Träger der Kita einen Anteil von etwa 450 000 Euro an der Mensa tragen müsste. 2,1 Millionen Euro wäre in dieser Variante der Betrag, der ausschließlich für die Sanierung des Schul-Hauptgebäudes verwendet werden müsste. GWT-Chef Simons macht klar, dass bei allen Sanierungsvarianten zusätzliche Kosten durch die notwendigen Untersuchungen der Landesarchäologie entstehen werden. Denn das Schulgelände befindet sich unmittelbar neben dem Amphitheater und liegt damit auf einem sehr sensiblen Bereich.

Im Schulträgerausschuss kommt die erweiterte Planung gut an. Selbst Markus Nöhl, der für die SPD im Grundsatz weiterhin die Ablehnung der Egbert-Sanierung signalisiert und die Kostensteigerung kritisiert, kann der Idee, mit der Kita gemeinsame Sache zu machen, Positives abgewinnen. „Das ist interessant.“ Am Hauptkritikpunkt der fehlenden Sporthalle ändert das aber nichts. „Die hat schon immer gefehlt, und das wird weiterhin so sein“, macht die Leiterin des Schulamts, Helga Schneider-Gräfer, klar. „Die Kinder werden zum Sport weiterhin mit dem Bus zur Grundschule Olewig fahren.“ Die Idee aus den Reihen der CDU, die Mensa oder andere große Räume so zu gestalten, dass sie zumindest bei Bedarf für Bewegung und Spiel genutzt werden können, soll nun weiter verfolgt werden.

Und wann geht es los? Frühestens 2020, macht Frank Simons klar. Fertig wäre alles dann etwa 1,5 Jahre später. Doch davor müssen noch viele Dinge geklärt werden. Die neue Planung ist noch nicht einmal in Mainz bekannt.

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