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Neue Ideen für die ehemalige Stadt

Neue Ideen für die ehemalige Stadt

Geld vom Land für Sanierungsarbeiten - das bekommen Eigentümer, wenn ihr Heimatort Schwerpunktgemeinde für Dorferneuerung ist. Welschbillig ist einer dieser Orte. Die Initiatoren hoffen, dass umgesetzte Sanierungen als Vorbild Nachahmer finden.

Welschbillig. Die Gemeinde Welschbillig ist viel mehr als nur die einst mit Stadtrechten versehene Siedlung im direkten Umfeld um die ehemalige Burg und die Pfarrkirche. Die etwas mehr als 2500 Einwohner leben in fünf Ortsteilen (Welschbillig, Hofweiler, Ittel, Möhn und Träg). Hinzu kommen mehr als ein Dutzend Wohnplätze, die sich auf den 37 Quadratkilometern Gemeindegebiet verteilen. Sie alle eint ein Ziel: Welschbillig ist wie einige andere Orte im Kreis (siehe Extra) auch Schwerpunktgemeinde in der Dorfentwicklung und Dorferneuerung.
Für den einen oder anderen Haus- und Grundstücksbesitzer kann diese Anerkennung bares Geld bedeuten. Maximal 20 000 Euro Zuschuss erhalten Hausbesitzer, wenn sie ihr Gebäude modernisieren. In Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung Trier-Saarburg hilft in den kommenden beiden Jahren das Planungsbüro Vollmuth aus Kanzem bei der Erstellung von Sanierungskonzepten, Kostenschätzungen sowie bei der Beantwortung baurechtlicher Fragen.
Kein Zwang zur Sanierung


Ortsbürgermeister Werner Olk ist selbst ein wenig überrascht über das große Interesse am Dorferneuerungsprogramm. Er berichtet davon, dass bei mehreren Rundgängen durch die Ortsteile einzelne Punkte bereits ausgemacht worden sind, die angegangen werden müssen: "Sicher gibt es ein paar Ecken, wo etwas geschehen müsste. Doch wir können niemand zwingen, ein Gebäude zu sanieren", sagt Olk.
Natürlich gebe es auch in seiner Gemeinde die ehemaligen und inzwischen viel zu großen bäuerlichen Anwesen, wo nur ein älterer Mitbürger lebt. In den Ortsteilen jenseits von Welschbillig und insbesondere in Ittel und Möhn beteiligten sich viele Bürger engagiert bei Dorferneuerungsmaßnahmen. Sechs Eigentümer wollten bisher ihre großen Hofanlagen hinter öffentlich wirksamen Bereichen sanieren.
Ingrid Schuster-Brommenschenkel hat sich bereits über die Möglichkeiten für ihr Anwesen am Schankstor informiert. "Das kostenlose Angebot zur Beratung sollte jeder nutzen", sagt sie. So weit, wie von Planerin Rosi Vollmuth vorgeschlagen, will sie bei der Umgestaltung nicht gehen.
Man könne ja immer noch entscheiden, ob man den Vorschlägen folge. Sie kann sich jedoch vorstellen, dass der eine oder andere Hausbesitzer aktiv werden muss. Auch, wenn das gerade im dicht bebauten Ortskern nicht immer einfach ist. Unter anderem bestehen für Grundstücke Wegerechte, und mancher Nachbar wolle nicht aktiv werden. Schuster-Brommenschenkel: "Alle bekommt man sowieso nicht unter einen Hut." Sie geht ebenso wie Ortsbürgermeister Olk davon aus, dass Bewegung in die Sache kommt, wenn erst einmal die ersten Vorhaben umgesetzt worden sind.
Dass nicht immer Hunderttausende Euro investiert werden müssen, betont auch Planerin Vollmuth. Sie sagt: "Mit wenig Geld viel zu schaffen, das geht nur bei erheblichem Engagement der Bürger." Als Beispiel nennt sie den Ortsteil Hofweiler. Dort waren beim Tag des offenen Gartentors einige außergewöhnliche und sehr große Gärten zu sehen. "Wir wollen diesen Ortsteil gerne zukünftig zum überregional bekannten Gartendorf weiterentwickeln und alle Anwohner darin unterstützen", sagt sie.
In Welschbillig selbst ist die Weiterentwicklung des Friedhofes von Bedeutung. Dort gibt es Ideen für anonyme Grab- oder Urnengrabfelder. Das Problem am Friedhof seien viele leere Grabstellen zwischen den genutzten, sagt Olk.Extra

Dorferneuerung: Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde durch das Land erfolgt für die Dauer von sechs Jahren. Für die Stärkung der Innenentwicklung steht eine Bauberatung für private und öffentliche Bauherrn zur Verfügung. Zusammen mit der Dorfmoderation soll ein umfassender Beteiligungsprozess in Gang werden. Neben Welschbillig ist aktuell Wasserliesch (VG Konz) im Programm. Zuvor profitierten Mertesdorf (VG Ruwer), Saarburg-Kahren, Freudenburg (VG Saarburg) und Trittenheim (VG Saarburg), Konz-Könen und Trierweiler von der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde. har