Neue Intensivstation im Mutterhaus

Neue Intensivstation im Mutterhaus

Das Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen hat den ersten Teil seiner neuer Erwachsenen-Intensivstation in Betrieb genommen. Neben zwei speziellen Isolierzimmern bei Problemkeimen gibt es Liftsysteme für schwergewichtige Patienten.

Trier. Richard Wenner sitzt auf seinem Bett und lässt sich von Assistenzarzt Leszek Augustyn ein letztes Mal vor seiner Verlegung auf eine Normalstation untersuchen. Der jetzt wieder gut gelaunte Lampadener hat schwere Wochen hinter sich. Das Intensivteam des Klinikums Mutterhaus hat seine lebensbedrohliche Blutvergiftung in den Griff bekommen. Schon bald wird er das Krankenhaus verlassen können.
Wenner ist einer der ersten Patienten, der die Vorzüge der neuen Station erfahren hat. Bis auf die Grundmauern wurde der ehemalige Zentral-OP im ersten Stock des Klinikums zurückgebaut, um die Station mit Patientenzimmern, Personal- und Versorgungsräumen sowie einem eigenen Laborbereich neu errichten zu können.
Gemeinsame Planungsarbeit


"Wie bei jedem Neubau konnten wir so nach modernsten intensivmedizinischen Konzepten planen", sagt Dr. Oliver Kunitz, Chefarzt der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin. "Gemeinsam mit den Kollegen aus der Pflege, den Physiotherapeuten, den Hygienebeauftragten, den Apothekerinnen sowie dem Gesundheitsamt der Stadt Trier haben wir die Station nach unseren Behandlungsabläufen optimal gestaltet."
Die Station verfügt vorläufig über 15 Patientenbetten. Im Frühjahr 2014 wird der zweite Bauabschnitt mit weiteren 14 Betten in Betrieb genommen. Schon jetzt profitieren alle von zwei speziellen Isolierzimmern, in denen mit Problemkeimen infizierte Patienten über jeweils eine Schleuse betreut werden. Einmalig in der Region Trier ist nach Angaben des Mutterhauses die Ausstattung mit speziellen Liftsystemen für schwergewichtige Patienten.
In zwei freundlich gestalteten Aufenthaltsräumen für Angehörige und Besucher ist auch Platz für ruhige Gespräche mit den Medizinern und dem Pflegepersonal.
"Mit einer zweijährigen Fachausbildung zur Intensiv- und Anästhesie-Fachkraft werden unsere Mitarbeiter auf die komplexen Aufgaben auf einer Intensivstation vorbereitet", sagt Schwester Carola Lange, Pflegedirektorin im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen.
Durch elektronische Spritzenpumpen werden die Patienten mit den erforderlichen Medikamenten versorgt. Die Dokumentation erfolgt direkt in eine digitale Patientenakte. An jedem Patientenbett befindet sich ein Computerarbeitsplatz. Hierdurch kann das Behandlungsteam immer direkt beim Patienten auf alle aktuellen Befunde, Kurven, Röntgenbilder und Überwachungswerte der Herz-Kreislauffunktion zugreifen.
Der Neubau der Erwachsenen-Intensivstation wurde durch Mittel aus dem Krankenhausinvestitionsplan des Landes und durch Eigenbeteiligung des Klinikums realisiert. red

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