Neue Jobs, neue Perspektiven

Stolze Zahlen für sozialschwache Stadtteile: Im Jugendhilfeausschuss wurde am Mittwochabend die Bilanz der drei Trierer Los-Projekte vorgestellt. Dank einer EU-Förderung von über einer Million Euro konnten 5474 Teilnehmer aus Trier-West, Trier-Nord und Ehrang unterstützt werden - vor allem junge Menschen.

Trier. Junge Migranten erhielten speziellen Deutschunterricht, Langzeitarbeitslose wurden für das Berufsleben qualifiziert oder machten sich selbstständig, jungen Müttern wurden Wege in den Job aufgezeigt, Schüler wurden beim Einstieg in die Ausbildung unterstützt - alles Erfolge des Los-Projekts. Los steht für "Lokales Kapital für soziale Zwecke" und setzt in den Gebieten an, die auch durch das Programm "Soziale Stadt" gefördert werden (siehe Extra).

In Trier gab es von 2003 bis 2008 insgesamt 177 Einzelprojekte in den Brennpunkten West (50 Projekte), Nord (58) und Ehrang (66). "Wir können sehr stolz auf die Ergebnisse sein", sagte Beate Stoff vom "Verein Jugend und Arbeit", die die Projekte mit dem Jugendamt koordinierte und im Jugendhilfeausschuss ihre Bilanz präsentierte. Ziel, so Stoff, sei es gewesen, "beschäftigungswirksame Potenziale vor Ort zu aktivieren". Und dies geschah auf unterschiedliche Art und Weise und durch zahlreiche Träger wie Don Bosco, den Ausländerbeirat, Ex-Haus, Bürgerhaus Trier-Nord, Bürgerservice, Caritas und viele mehr.

22 Prozent sind heute in Lohn und Brot



Die Zahlen, die Stoff nannte, sind beachtlich: Nur sieben Prozent der Teilnehmer brachen die Projekte ab, 360 Jugendliche fanden Ausbildungsstellen, 109 Teilnehmer Dauerarbeitsplätze, 19 machten sich selbstständig, und für 300 schlossen sich Qualifizierungsmaßnahmen an. "Somit fanden 22 Prozent aller Teilnehmer in den vergangenen fünf Jahren den Einstieg in die Arbeitswelt", sagte Stoff. Doch der Sinn des Projekts geht darüber hinaus: In vielen Projekten wurden die Stadtteile verschönert, wurden in Eigenleistung Jugendtreffs eingerichtet, Kletterwände gebaut und vieles mehr. "Es geht auch darum, das Image der Stadtteile zu verbessern", sagte Stoff.

Fortsetzung ab März 2009?



Nachdem der Projektzeitraum am 30. Juni endete, hofft man in Trier darauf, in das 2009 startende neue Los-Projekt aufgenommen zu werden. "Ich gehe davon aus, dass wir uns wieder bewerben", sagte Bürgermeister Georg Bernarding. "Wir planen die Fortsetzung ab März 2009", meint auch Beate Stoff, die neben den nackten Zahlen auch weitere Fortschritte feststellte: "Die Motivation war sehr hoch, die Lebenssituation hat sich für die Teilnehmer verbessert, und es gibt durch die Projekte eine neue Qualität der Zusammenarbeit unter den verschiedenen Trägern und der Stadt."

Selbst wenn es in Trier keine neuen Los-Projekte geben sollte, werden laut Stoff verschiedene Maßnahmen weitergeführt: "Teilweise hat man andere Finanzierungen gefunden, teilweise arbeitet man in Eigeninitiative weiter." Extra "Lokales Kapital für soziale Zwecke" (Los) ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es unterstützt Kleinmaßnahmen (Mikroprojekte) in den Fördergebieten aus der Bund-Länder-Vereinbarung "Die Soziale Stadt". Los wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Jedes Mikroprojekt wird mit bis zu 10 000 Euro gefördert. In der Stadt Trier waren die Stadtteile Ehrang und Trier-Nord seit dem 1. September 2003 in der Förderung, Trier-West seit dem 1. September 2004. Pro Jahr und Stadtteil wurden rund 100 000 Euro Fördergelder bereitgestellt, pro Mikroprojekt in Trier durchschnittlich 6776 Euro, pro Teilnehmer in Trier 215 Euro. (BP)