Neue Krankheit rafft Reben dahin

Die Reben wachsen prächtig, die Trauben sind Mitte Juni fast erbsengroß. Erneut kündigt sich ein großer Jahrgang an. Doch die Wärme hat auch Schattenseiten. Eine neue Rebkrankheit bereitet den Winzern Sorge.

Bernkastel-Kues. Die Rebkrankheit namens Esca hat es schon immer gegeben. In den südlichen Weinbauländern Europas ist sie seit jeher heimisch. Doch der Wärme liebende Pilz hat nun die Reise gen Norden angetreten, weil es dort inzwischen viel wärmer geworden ist. Die Esca-Krankheit ist eine chronische Krankheit, befallene Rebstöcke werden Jahr für Jahr immer schwächer, bis sie ganz absterben. Dr. Katja Schulze vom Institut für Pflanzenschutz der Biologischen Bundesanstalt in Bernkastel-Kues hat größere Rebflächen untersucht und festgestellt, dass im Schnitt fünf Prozent der Reben mit dem Pilz befallen sind. Das Schlimme: Die Winzer können nichts tun, ein Mittel gegen den Esca-Pilz, der sich im Rebholz einnistet, gibt es nicht. Das einzige, was den Winzern übrig bleibe, seien Vorsorgemaßnahmen, erklärt die Wissenschaftlerin. Beim Rebschnitt sollten die Winzer darauf achten, der Rebe nicht zu große Wunden zuzufügen. Ferner sollten die Winzer, wenn möglich, die Reben nicht zu früh schneiden. Befallene Stöcke bringen zwar noch einige Jahre Ertrag, sie sollten aber dennoch aus der Anlage entfernt werden, damit sich andere Reben nicht anstecken. Übertragen wird die Krankheit über Pilzsporen in der Luft, daher bringe es, so Schulze, nichts, das Schneidwerkzeug zu desinfizieren. Grund für Panik gebe es aber nicht, der Weinbau an der Mosel sei nicht in Gefahr. Die Biologin: "Auffällig ist aber, dass sich inzwischen an der Mosel Pilze heimisch fühlen, die früher nur aus den südlichen Ländern bekannt waren. Mit Blick auf die Klimaerwärmung müssen wir die Esca-Krankheit im Auge behalten."

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