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Neue Mitte: Stadtrat Schweich beginnt Verfahren zum Bebauungsplan für den Wiedemann-Komplex

Stadtentwicklung : So soll Schweichs neue Mitte aussehen

Mit einem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan zeigt der Stadtrat, dass die künftige Nutzung des Wiedemann-Komplexes näher rückt.

Der Startschuss zum Bebauungsplanverfahren ist endlich gefallen. Die Investorengruppe für den sogenannten Wiedemann-Komplex kann weiter planen. Über fünf Jahre zieht sich die geplante Neugestaltung des Gebiets an der Ecke Brückenstraße/Bernhard-Becker-Straße in Schweichs Stadtmitte schon hin. Nun hat der Stadtrat einstimmig eine Aufstellungsbeschluss gefasst. Das Verfahren soll dabei beschleunigt werden, indem der langersehnte städtebauliche Vertrag zwischen Stadt und Investoren parallel verhandelt wird. Stadtbürgermeister Lars Rieger (CDU) schätzt: „In ein bis zwei Jahren könnte die Baugenehmigung erteilt werden.“

Im Mai 2019 hatten SPD und Freie Wähler (FWG) einen ersten Plan abgelehnt, weil darin unbesprochene Änderungen enthalten gewesen seien und nur Wohnungen geplant waren. In einer Stadtratssitzung Ende September dann hatten die Investoren eine überarbeitete Planung vorgestellt. Dort waren wieder Geschäfte im Erdgeschoss von drei der vier Gebäuden vorgesehen. Dem hatte der Rat schlussendlich zugestimmt.

Die Abgrenzung des Plangebietes führt am Donnerstag noch zu einer kurzen Diskussion. Um den Planern etwas mehr Freiheiten zu gewähren, hat die Stadt die Baugrenzen etwas ausgeweitet. Das kritisieren Johannes Lehnert (FWG) und Johannes Heinz (CDU), so dass man sich wieder auf die bisherige Planung einigt.

Laut Projektleiter Reimar Schenkluhn von der B.K.S. Ingenieurgesellschaft, der dem Rat die Präsentation des Architektenbüros WW+ (Trier) vorstellt,  sollen auf der etwa 5000 Quadratmeter großen Fläche vier Gebäude mit Staffelgeschossen entstehen, mit einem großen, begrünten Innenhof.

Die Grünflächen sollen durchgängig begehbar sein und sich zungenartig vom Parkdeck in Richtung der angrenzenden Straßen ausdehnen. Die Tiefgarage wird aus Wasserschutzgründen nur zur Hälfte in den Boden gebaut. Die andere Hälfte besteht aus einem Sockelgeschoss, das 1,30 Meter über Straßenniveau abschließt. Weil pro Wohnung zwei Parkplätze garantiert werden müssen, sind zudem Stellplätze an der Bernhard Becker Straße und Im Pöhlen geplant.

Durch das Einrücken der Fassade auf das Niveau des Hauses nebenan (Juwelier Fuchs) soll der Abstand zur Brückenstraße und zum Kreisel an der Verwaltung der Verbandsgemeinde größer werden. Eine gewerbliche Außenterrasse ist geplant. Die Terrassen der Wohnungen sollen für den Lärmschutz hauptsächlich zum Innenhof ausgerichtet werden. Die Bauhöhe orientiert sich an den Nachbarhäusern.

Jetzt haben die Bürger Zeit, Stellung zu nehmen. Bis der Bebauungsplan beschlossen und rechtskräftig wird, sind noch einige Schritte zu gehen.