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Neue Perspektiven auf Altbekanntes

Neue Perspektiven auf Altbekanntes

Trierer Zeitgeschichte, Mundart und Wissenswertes zur Region finden sich im Neuen Trierischen Jahrbuch, das vor etwa 200 Besuchern im Kurfürstlichen Palais vorgestellt worden ist. Es wird jedes Jahr vom Verein Trierisch herausgegeben und beinhaltet Fachbeiträge, aber auch Lyrisches.

Trier. Dass die Lebensqualität einer Stadt von deren engagierten Bürgern abhänge, betonte Bürgermeisterin Angelika Birk bei der Vorstellung des Neuen Trierischen Jahrbuchs. Solchen Bürgern ist es auch zu verdanken, dass das Trierische Jahrbuch weiter Bestand hat. Das jährlich erscheinende Periodikum wird von Mitgliedern des Vereins Trierisch herausgegeben.
Für die Trierer Erinnerungskultur ist es von zentralem Wert. In den "gehaltvollen Beiträgen", wie Birk sie bezeichnet, geht es in der aktuellen Ausgabe unter anderem um den Rosengarten am Drachenhaus in Trier, um das Mosel Musikfestival oder Karate-Großmeister und Soul-Legende Bill Marsh.
Als besonders ist der Beitrag "HGT unterm Hakenkreuz" von Manuel Beh hervorzuheben, der sich darin mit den Einflüssen der Hitlerjugend auf die Schüler des Humboldt-Gymnasiums beschäftigte. Der jüngste Autor des Jahrbuchs 2016 erstellte die Arbeit im Rahmen seines Abiturs und war sichtlich zufrieden, seinen Beitrag zur Stadthistorie in dem Sammelband wiederzufinden.
Das Rahmenprogramm zur Buchvorstellung bildeten musikalische Beiträge des Madrigalchors unter der Leitung von Klaus Fischbach, humoristische sowie nachdenkliche Mundartgedichte und ein Festvortrag von Stadtarchivar Bernhard Simon.
Darin dozierte er über das Schweizer Dorf, welches in den Jahren 1946 bis 1948 auf dem Augustinerhof neben dem Hochbunker stand (der TV berichtete). In den Baracken des Hilfszentrums unter schweizerischer Leitung wurden Kinder mit Speisen versorgt. Nachdem Trier im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde und Nahrungsmittelknappheit herrschte, war diese Einrichtung ein wichtiger Versorgungsbestandteil.
Insgesamt zeigte sich bei der Präsentation des Jahrbuchs, aber auch anhand der einzelnen Publikationen, dass die Trierer Stadtgeschichte nicht nur erhaltenswert ist, sondern auch neue Perspektiven auf Altbekanntes bietet.