Neue Sehenswürdigkeit im Weinberg

Neue Sehenswürdigkeit im Weinberg

Der Mehringer Senioren-Club-Aktiv ist Gold wert für den Ort. Jetzt hat er erneut eine sehenswerte Aktion abgeschlossen. Einen Erntewagen aus 1950 haben die Senioren renoviert und nahe der Huxlay-Hütte aufgebaut.

Mehring. Sie sind rüstig, handwerklich geschickt und hilfsbereit, die Mehringer Senioren. Immer wieder sind sie für neue Vorhaben zu mobilisieren, wobei die Ideen regelmäßig aus ihren Köpfen stammen. Nun haben sie eine Sehenswürdigkeit in den Weinbergen oberhalb des Ortes an der Huxlay-Hütte aufgebaut: Sie haben einen Erntewagen für Trauben aus dem Jahre 1950 restauriert und präpariert.
Er erzählt dort aus der Vergangenheit. "Es war sprichwörtlich fünf vor zwölf, als wir ihn vor dem Aufladen durch einen Schrotthändler noch für Mehring sichern konnten", erzählt Hans Blees. In der Scheune von Peter Wagner hat der Wagen die letzten Jahrzehnte bestens "überlebt", freuen sich die Pensionäre. "Rund ein Jahr lang haben wir jetzt an der Sache gearbeitet", sagt Dieter Müller. Auf dem wöchentlichen Stundenplan standen Bodenbewegungen, Betonarbeiten, der Aufbau von Stützen für ein Dach und das Renovieren und Ausstatten des Wagens. Fachmännisch haben sie die Traubenbütte, die Hotte und auch die Traubenmühle am Wagen befestigt und ihn damit zu einem Meisterstück präpariert. "Das ganze Zubehör haben uns Karl Loskill und Peter Ohlinger kostenlos überlassen", sagt Mathias Blees. Zum Verweilen und zum Genießen der herrlichen Aussicht haben sie zusätzlich eine Ruhebank aus massivem Holz vor dem Wagen aufgebaut.
Weindozent Hans Zisch erinnert sich an die 50er Jahre, als diese Wagen während der Traubenlese das Bild in den Straßen des Ortes beherrschten. "Der Holzwagen wurde von Ochsen oder Pferden, überwiegend jedoch von Kühen gezogen", sagt er. Denn die meisten Winzer hätten in einer Art Mischbetrieb auch noch Landwirtschaft betrieben. Nach den verlorenen Kriegen zogen die Menschen die Wagen selbst, da keine Zugtiere mehr im Ort waren.
Das Gefährt aus alten Zeiten konnte in vielen Arbeitsstunden und mit Hilfe des RWE-Mitarbeiters Andreas Berg im Rahmen der Aktion "RWE-Aktiv vor Ort" renoviert und aufgebaut werden. dis