Neue Stau-Stelle nach kurzer Ansage
Überraschend kündigte das Autobahnamt Montabaur am Freitagmittag eine Teilsperrung der A 1 bei Schweich an. Die Arbeiten sollen am kommenden Montag, 19. Oktober, beginnen. Gesperrt wird die Fahrbahn in Richtung Saarbrücken zwischen der Ausfahrt Föhren und dem Dreieck Moseltal.
Schweich. Ein "heißer Herbst" bis in die Vorweihnachtszeit wartet wieder auf Tausende Berufspendler, die täglich über die A 1 in Richtung Trier und Saarbrücken fahren oder in der Gegenrichtung den Raum Wittlich ansteuern: Voraussichtlich schon ab Montag wird zwischen der Ausfahrt Föhren und dem Autobahndreieck Moseltal die Fahrbahn in Richtung Saarbrücken gesperrt und der Verkehr auf die Gegenfahrbahn übergeleitet. In der Folge kann dort der gesamte Verkehr nur noch einspurig aneinander vorbeifließen.
"Wegen starker Schäden muss die Fahrbahn in dem 1500 Meter langen Abschnitt erneuert werden. Die Dauer der Sperrung beträgt etwa zwei Monate", teilte am Freitag das Autobahnamt in einer kurzen Erklärung mit. Erneuert würden auch die Abfahrt Schweich und verschiedene Entwässerungssysteme. Die Gesamtkosten beziffert das Amt in Montabaur mit rund 2,1 Millionen Euro.
Mit erheblichen Behinderungen und Staus - insbesondere an Werktagen zwischen 7 und 8 Uhr - ist wieder zu rechnen. Wie behindernd sich Teilsperrungen an diesem Verkehrsknotenpunkt auswirken, zeigte sich beispielsweise 2006 während der monatelangen Sanierung der A 602-Hangbrücke vor dem Autobahndreieck. Wie schon 2006 wird es auch 2009 nicht nur die täglichen A 1-Nutzer treffen, sondern auch die Anlieger der Schweicher L 141-Ortsdurchfahrt. Der Grund: Um den Staus in beiden Richtungen zu entgehen, wechseln viele Verkehrsteilnehmer auf der Fahrt in Richtung Trier an der Ausfahrt Föhren auf die L 141. Von dort führt der Weg durch den Schweicher Ortskern und über die Schweicher Brücke zur A 602-Auffahrt bei Kenn. In der Gegenrichtung verlassen viele bei Kenn die A 602, um dann ebenfalls über die L 141 und durch Schweich die A 1-Auffahrt Föhren anzusteuern.
Inzwischen verfügt Schweich aber im Norden über eine Ortsentlastungsstraße, die den Verkehr zur B 53 um die Stadt herumleitet. Ob dies den Stau-Umgehungsverkehr aus dem Schweicher Stadtkern fernhält, ist indessen fraglich. Noch immer meiden viele Autofahrer den "gefühlten" Umweg über Ortsentlastungsstraße und B 53 und entscheiden sich für den eher mühsamen und langsamen Weg direkt durch Schweich.
Roman Kierok, Leiter der Polizeiinspektion Schweich, will dem aber künftig nicht mehr tatenlos zusehen. "Zunächst gilt es, die Entwicklung zu beobachten. Eventuell werden wir in Absprache mit anderen Stellen eine Regelung finden müssen, um den Verkehr über die Ortsentlastungsstraße zu leiten", erklärt Kierok auf Anfrage.
Meinung
Dies grenzt an Arroganz
Von Friedhelm Knopp Straßensanierungen sind erforderlich - auch im Interesse der betroffenen Autofahrer. Und eine Fahrbahn, die sich selbst saniert, ist noch nicht erfunden - so oder ähnlich hieß es 2006 in einem TV-Kommentar zu den Staus auf der A 602-Brückenbaustelle bei Schweich. Das damals Geschriebene gilt nach wie vor. Völlig unverständlich ist aber die fast an Arroganz grenzende Informationspolitik der Autobahnverwalter: Am Freitagmittag, etwa 65 Stunden vor Baubeginn, wird die gravierende Autobahnsperrung in einer knappen Pressemeldung angekündigt. Unmittelbar danach verabschieden sich die zuständigen Ämter ins wohlverdiente Wochenende. Nachfragen zwecklos. Die besonders betroffenen Stadt Schweich erfährt es dann über den TV. Dabei ist davon auszugehen, dass diese 2,1 Millionen Euro teure Sanierung schon seit Monaten ausgeschrieben, geplant und organisiert war. f.knopp@volksfreund.de