Neue Technik garantiert mehr Sicherheit auf der Mosel

Trier · Am Pacelliufer unterhalb der Moselstaustufe wird seit rund 18 Monaten ein neuer Pegel für Trier gebaut. Mitte November soll das 1,3 Millionen Euro teure Projekt abgeschlossen sein.

Blick auf das neue Pegelhaus vom linken Moselufer aus. TV-Foto: Max Henning Schumitz

Trier. Der Radweg entlang der Mosel am Pacelliufer wurde vor 18 Monaten unterhalb der Schleuse gesperrt. Radler mussten deshalb lange Zeit entlang der Straße fahren, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Trier hier mit dem Bau eines neuen Pegels angefangen hatte. Schon vor einigen Wochen wurde der Uferweg für Fußgänger und Radfahrer wieder freigegeben. Demnächst gehen auch die restlichen Arbeiten an der Fassade zu Ende.
Der neue Pegel wurde nötig, weil mit dem Bau der zweiten Schleusenkammer Trier der alte Messpunkt abgerissen wird (der TV berichtete). Ein Vorteil des neuen Messpunkts ist zudem, dass er auch bei Hochwasser gut erreichbar ist. Die Bauarbeiten zum Pegel Trier haben im April des vergangenen Jahres begonnen. Im Bereich der Böschung zwischen Mosel und Pacelliufer wurden 36 Betonpfähle 14 Meter tief in den Boden gebohrt. Jeder zweite Bohrpfahl wurde zusätzlich mit Eisen bewehrt.
"Anschließend haben wir das innerhalb der Bohrpfähle befindliche Erdreich zehn Meter tief ausgebaggert und abtransportiert", sagt Eleonore Bernarding, die die Arbeiten für das WSA koordiniert. Danach sei das neue Pegelgebäude gebaut worden. Der Schacht wurde über eine Rohrleitung mit der Mosel verbunden.
"In das Pegelhäuschen ist spezielle Messtechnik eingebaut, die ständig den Wasserstand der Mosel misst und die Ergebnisse dem Hochwassermeldezentrum Trier meldet", erklärt Bernarding. Sobald die Bauarbeiten Mitte November abgeschlossen seien, werde der jeweils aktuelle Wasserstand der Mosel in Zentimetern am Gebäude angezeigt. Ein Jahr lang müssen die Messergebnisse der beiden Pegel miteinander verglichen werden. "Erst dann kann der alte Pegel abgerissen werden", sagt Bernarding. Dank der digitalen Anzeige am Pegelhaus können sich die Schiffskapitäne künftig von ihrem Schiff aus und die Bevölkerung, die am Ufer entlangfährt oder -läuft, ständig darüber informieren, wie hoch das Wasser in der Mosel steht.
Der Bau des neuen Pegels hat wegen der aufwendigen Tiefbauarbeiten und der eingebauten Elektrotechnik rund 1,3 Millionen Euro gekostet, die der Bund zahlt. Die alte Messstelle wird abgerissen, sobald die Bauarbeiten zum Bau der zweiten Schleuse sowie dem Ausbau der Vorhäfen Ende 2012 beginnen.Extra

Der Wasserstand wird in Zentimetern gemessen. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen dem sogenannten Pegelnullpunkt und der Wasseroberfläche. Der Pegelnullpunkt der Messstelle Trier liegt bei 121 Meter über dem Meeresspiegel, gemessen in Normalnull (NN). Der Wasserstand der Mosel liegt in der Regel zwischen drei und vier Metern. itz