Neue Toiletten fürs Moselstadion

Neue Toiletten fürs Moselstadion

TRIER. Nachdem der Bau eines neuen Fußballstadions am Abstieg von Eintracht Trier aus der 2. Liga gescheitert ist, sollen nun einige Missstände im Moselstadion beseitigt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Wer jemals ein Heimspiel der Eintracht besucht hat und dabei auf die Toilette musste, der wird sich gewundert, wenn nicht geärgert haben. Das "stille Örtchen" unter der Haupttribüne verdient das Prädikat trostlos. Auch gibt es insgesamt im Stadion nicht genügend Plätze, um die Notdurft zu verrichten. Vor allem Frauen beschwerten sich darüber in der Vergangenheit häufig. Oberbürgermeister Helmut Schröer und Sportdezernent Georg Bernarding wollen diese Zustände schnellstmöglich verbessern. Noch in der laufenden Saison soll die Toilettenanlage unter der Tribüne renoviert werden. An verschiedenen Stellen im Stadion - zum Beispiel am Eingang und auf der Gegengeraden - werden ferner solide, ordentliche und saubere neue Anlagen errichtet, sofern der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 29. September einem entsprechenden Verwaltungspapier zustimmt. Die im Sommer staubigen und im Winter matschigen Schotterflächen im ganzen Stadion werden bald ebenfalls der Vergangenheit angehören. Die Flächen sollen befestigt werden. Ausgebessert werden auch die bröckelnden Beton-Stehstufen im weiten Rund, wobei die Abstände zwischen den Stufen vergrößert werden sollen. Das dürfte die Besucher freuen, werden sie doch damit künftig eine erheblich bessere Sicht auf das Spielfeld haben. Zu guter Letzt werden auch die Schalensitze auf der Haupttribüne erneuert. Diese sind bislang auf Holzbänken installiert, die abgebaut werden sollen. Wie immer bei solchen kostenträchtigen Sanierungsmaßnahmen stellt sich die Frage, woher angesichts eines eklatanten städtischen Haushaltsdefizits das Geld kommen soll. "Wir haben Gespräche mit dem Innen- und Sportministerium des Landes geführt", verrät OB Schröer. Mainz habe eine 70-prozentige Bezuschussung signalisiert. Damit wären 840 000 Euro bezahlt und es verbliebe ein Rest von 360 000 Euro, den die Stadt aufbringen muss. Zauberwort "Haushaltsreste"

Auch diesbezüglich hat der Oberbürgermeister eine Lösung parat: "Haushaltsreste" heißt das Zauberwort. Dabei handelt es sich um Finanzmittel, die im Haushalt veranschlagt wurden, aber bislang nicht abgerufen werden konnten. Bürgermeister Georg Bernarding erklärt: "Ein Musterbeispiel ist die geplante neue Sportanlage in Tarforst. Dafür haben wir 600 000 Euro für dieses Jahr eingeplant, die wir aber nicht ausgeben können, weil sich die Maßnahme unvorhergesehener Weise verzögert hat." Schwierige Grundstücksverhandlungen, die sich lange hingezogen hätten, seien der Grund. Bernarding versichert jedoch, dass die Renovierungen im Moselstadion nicht zu Lasten der Tarforster Sportanlage gehen: "In der nächsten Stadtrats-Sitzung werden wir die Grundstücksfrage klären, danach können wir loslegen." Laut Schröer und Bernarding waren die Sanierungen im Moselstadion schon lange geplant. Sie seien im Sanierungskonzept vermerkt gewesen, das es für alle Sportanlagen in der Stadt gebe. Im Zuge der Neubau-Diskussion sei die Ausführung gestoppt worden und werde nun wieder aufgenommen.