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Neue Trierer Bilder aus dem Papierarchiv des Trierischen Volksfreund

Zeitgeschichte : Teilweise muss man genau hinschauen

Farbige Fotos in der Zeitung waren bis weit in die 1990er Jahre schwer vorstellbar. Es dominierte das Schwarz-Weiß-Bild. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum man bei einigen Aufnahmen genauer hinsehen muss.

Durch Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs sind viele Gebäude in Trier zerstört worden. Was der Krieg nicht vermag, haben Stadtplaner und Bauherren an vielen anderen Stellen in Trier geschafft: Historische Bau­substanz musste modernen Gebäuden und Ansprüchen weichen. Dies zeigen einige der Aufnahmen auf dieser Seite.

Auf anderen ist etwas anderes zu sehen. Schweich oder Hermeskeil haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von eher bescheidenen Landgemeinde zu vergleichsweise großen Städten entwickelt. Anders der Fall in Eitels­bach. Der Ort am Eingang zum Ruwertal gehört zwar inzwischen zur Großstadt Trier. Den dörflichen Charme hat sich Eitels­bach jedoch erhalten.

Foto: TV/Josef Tietzen

Eher ratlos ist der Betrachter, beispielsweinse, wenn er auf der Rückseite des Papierbilds die Beschriftung „Fleischstraße“ liest. Denn diese Ansicht erinnert so überhaupt nicht an das heutige Erscheinungsbild der Trierer Einkaufsstraße. Denn dort gibt es heute noch weder den Laden von L. Grünewald noch das Sanitätshaus Kropf. Ein Blick in den Hintergrund hilft bei der Zuordnung. Dort erkennt man Reklame für das Bekleidungsgeschäft Dahm & Schädler (heute Guillaume) sowie die Fassade der früheren Hauptpost. Folgerichtig hat Josef Tietzen aus Richtung Hauptmarkt auf den Kornmarkt zu fotografiert. Heute befindet sich dort Galeria Trier. 1973 beherbergte das damals neu errichtete Gebäude die Trierer Filiale des Waren­haus­konzerns Horten.

Foto: TV/Archiv

Auch die Straße auf der Rückseite des Warenhauses hat ihr Gesicht stark verändert. Denn in der Böhmerstraße stand ein Gebäude, das als Kloster, Schule und Feuerwache genutzt wurde. Bis der Abrissbagger kam. Vom Gebäude des ehemaligen Karmeliterklosters ist heute ebenso wenig erhalten wie vom Nachfolgebau. Dort befand sich über viele Jahre hinweg das Verlagsgebäude des Trierischen Volksfreunds. Inzwischen steht dort ein Hotel. Und auch sonst hat sich seit der Aufnahme aus dem Herbst 1957 viel verändert. Die Gebäude rechts stehen teilweise nicht mehr. Komplett verändert hat sich die Szenerie im Bildhintergrund. Dort steht heute die Galeria Kaufhof.