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Neue Trierer Fieberambulanzen im Messepark und in einer Arztpraxis in Ehrang

Neue Fieberambulanz in Trier : In Schlangenlinien zum Corona-Test (Video/Update)

Neue Trierer Fieberambulanzen im Messepark und in einer Arztpraxis in Ehrang: Der Andrang ist nicht ganz so stark wie erwartet.

Seit acht Jahren ist Alois Deller (71), früher Chefarzt der Anästhesie des Brüderkrankenhauses, im Ruhestand. Nun erlebt er ein unverhofftes „Comeback“. Er hat sich beim Gesundheitsamt freiwillig gemeldet, „falls Bedarf ist“. Und der besteht nun. Deller fungiert als Organisationsleiter der neuen gemeinsamen Fieberambulanz von Mutterhaus, Brüderkrankenhaus und Stadt im Trierer Messepark. Kurz nach acht Uhr, zwei Stunden vor dem offiziellen Start des Angebots, ist der Mediziner in den Moselauen: „Wir müssen uns ja alle erst mal kennenlernen, Strukturen schaffen, die EDV ans Laufen bringen und so weiter.“

Wir – das sind vier weitere Ärzte, acht Pflegekräfte, acht Leute von der Stadtverwaltung und der Berufsfeuerwehr sowie vier Security-Mitarbeiter. Das Abstimmen klappt gut, sodass die Messepark-Zufahrt an der Luxemburger Straße etwas früher öffnet als geplant: Draußen stehen bereits 30 Autos, die – wie bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen – in Mäanderschlangen weitergeleitet werden. Erst werden die Fragebögen gecheckt, die jeder ausgefüllt mitgebracht haben sollte (Formular-Download), nächste Station ist der Arztcontainer, wo die Spezialisten gegebenenfalls zusätzliche Fragen stellen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Coronavirus-Tests: So lief es beim ersten Tag der Fieberambulanz im Trierer Messepark

Nach dem Anfangsandrang ebbt der Zustrom ab. Bewältigungsprobleme? „Nein. Es läuft prima“, lautet kurz nach 13 Uhr die Zwischenbilanz von Dr. Stefan Friedrich Kraft vom Mutterhaus. 115 Personen sind bis dahin in Augenschein genommen worden (bis Tagesende rund 180). Nur rund 20 Prozent seien quasi grundlos gekommen; bei allen anderen wurde ein Abstrich vorgenommen.

Hier geht es zum Fragebogen

Vier als auffällig eingestufte Patienten müssen sich weiteren Untersuchungen im Krankenhaus stellen. Die übrigen warten nun auf Resultate der Laboruntersuchung. Dabei gilt: Keine Nachricht auf dem Mobiltelefon ist eine gute Nachricht. Informiert wird nur, wer positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Organisationschef Deller ist nach dem ersten Tag „sehr zufrieden. Es war für mich sehr beeindruckend zu erleben, wie problemlos die Zusammenarbeit von Mutterhaus, Brüderkrankenhaus sowie Stadt und Feuerwehr funktioniert.“

Ein „großes Lob“ zollt er auch dem Engagement von Karin Gutmann-Feisthauer (56) und Monika Parth (49). Die beiden Internistinnen bieten in ihrer Gemeinschaftspraxis in Trier-Ehrang ebenfalls eine Fieberambulanz an. Das Ganze läuft räumlich getrennt vom regulären Sprechstundenbetrieb und mit personeller Unterstützung unter anderem aus dem Mutterhaus Ehrang ab: Auch eine Lehrerin der Treverer-Schule helfe mit im Team. Seit dem Start am vergangenen Freitag hätten mehr als 220 Personen Abstriche nehmen lassen, alleine 90 am Montag. Zwei Proben seien positiv gewesen – ein älteres Ehepaar, bei dem die Corona-Erkrankung mild verlaufe.

Warum das Angebot? „Wir wollen mit dazu beitragen, den Krankenhäusern den Rücken freizuhalten“, erläutert Karin Gutmann-Feisthauer. Außerdem gehe es darum, den Menschen zu erklären, was es mit der Krankheit auf sich habe, und ihnen „Ängste und Panik zu nehmen“, sagt Monika Parth.

Mund auf, Corona-Teststäbchen rein: Dieses Prozedere spielte sich am Montag knapp 150 Mal im Messepark  ab. Foto: Roland Morgen
Die Arztpraxis Parth-Gutmann in Trier-Ehrang (hier ein Teil des Teams) bietet Corona-Tests an und will so „den Krankenhäusern den Rücken freihalten und den Menschen Ängste nehmen“. Foto: Roland Morgen

Im Messepark und in Ehrang ist nach Einschätzung der Anbieter der Andrang nicht ganz so stark wie erwartet.