Neue Weinkönigin und Jubiläum stimmen in Klüsserath ein auf das Weinfest

Dorffest : Unschlagbar in Sachen Wein – und Eidechsen

Eine neue Weinkönigin und ein goldenes Jubiläum haben die Feier-Freudigen in Klüsserath auf das erst sechste Weinfest der Gemeinde eingestimmt.

Manchen Besucher im Festzelt dürfte es überrascht haben. Doch nicht alle Mädchen von der Mosel träumen davon, einmal Weinkönigin zu werden. Für Marie-Sophie I., Klüsseraths neue Ortsweinkönigin, stand das jedenfalls nicht auf der Wunschliste. Kaum gekrönt von der Weinkönigin der Römischen Weinstraße, Helene I., gestand sie ein: „Das hätte ich nie gedacht, wollt’ ich auch nie – aber jetzt steh’ ich hier“. Denn es war nie ihr Ding, schöne Kleider und Schmuck zu tragen, dauerlächelnd auf einer Bühne im Mittelpunkt zu stehen und dazwischen dann auch noch zu reden, was sie als „das Schlimmste“ bezeichnete. Stattdessen liebte sie es, als Kind ihre Großeltern in den Weinberg zu begleiten und dort Marienkäfer und Eidechsen zu sammeln. Und eben diese Leidenschaft verbindet sie mit ihren beiden Weinprinzessinnen Lea, ihrer bisherigen Kollegin im Amt der Weinprinzessin, und Maike, die neu dabei ist. Darin seien sie alle drei unschlagbar, betonte Marie-Sophie, die zwei Jahre die Weine und Winzer von Klüsserath repräsentieren wird.

 Gleich im Anschluss stand im Rahmen des erst sechsten Weinfestes der Gemeinde ein Jubiläumsfest auf dem Programm. Die Winzertanzgruppe Klüsserath feierte ihren 50. Geburtstag – unter anderem mit Tänzen, die seit mehr als 30 Jahren nicht mehr zu sehen waren. Tags darauf sahen sich viele Gäste des Abends bei der öffentlichen Jahrgangsweinprobe wieder. Kommentiert von der ehemaligen Moselweinkönigin Ramona Sturm und Winzer Uli Lex stellten Weingüter unter anderem Weine aus der Lage Klüsserather Bruderschaft vor. Ein Höhepunkt am Sonntag war ein Bauern- und Kunsthandwerkermarkt mit Handgefertigtem und kulinarischen Spezialitäten. Angesagt an allen Tagen waren Tanz und Musik, wofür sich Bands mit Musikern wie der Feuerwehrkapelle Klüsserath abwechselten. Letztgenannte begleiteten auch die feierliche Krönung von Marie-Sophie, der sie mit ihrem Wunschlied „The Rose“ eine große Freude machten.

 Kurz zuvor verabschiedete sich die scheidende Ortsweinkönigin Nadja. Nach einem Jahr als Prinzessin und zweien als Weinkönigin bedankte sie sich bei allen, die sie in der „phantastischen Zeit“ begleitet hatten. Ortsbürgermeister Norbert Friedrich, Vorgänger und Nachfolger seines ihn bei der Feier unterstützenden ersten Beigeordneten Günter Herres, dankte Nadja in aller Form für ihre Verdienste um den Klüsserather Wein. Nachfolgerin Marie-Sophie war es wichtig, ihr für das in sie gesetzte Vertrauen zu danken. Ohne Nadja wäre sie weder Weinprinzessin noch Weinkönigin geworden. Folglich hätte sie viele schöne Dinge gar nicht erlebt, sodass ihr Leben wohl einen anderen Verlauf genommen hätte.

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