Neue Wohnformen für ältere Menschen

Neue Wohnformen für ältere Menschen

Die Nachfrage nach Altenheimplätzen in Trier ist riesig, das Interesse groß. Gut 60 Gäste haben sich über den Bau des neuen Seniorenzentrums in Euren informiert. Dort entstehen 87 Pflegeplätze, elf betreute Wohnungen und - ein Novum in der Region - 25 Appartements in ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Eröffnung ist im Februar 2012.

Trier-Euren. Der riesige Kran in der Eurener Straße gehört seit Frühjahr zum Ortsbild von Euren. Im Karree Eurener Straße/Im Greimersfeld/St.-Helena-Straße baut die Seniorenwohnanlage Trier GmbH, Köln, ein Seniorenzentrum, das im Februar 2012 eröffnet werden soll. Betreiben wird es die Ago-Unternehmensgruppe ("Ago" bedeutet in der Weltsprache Esperanto "Alter") aus Köln. Architekt der dreigeschossigen Anlage ist der Trier er Werner Schaack. Die Investitionssumme beträgt laut Ago-Geschäftsführer Mathias Neumayer rund 10 Millionen Euro.
"Das Seniorenzentrum Trier besteht aus drei Teilen, dem stationären Pflegebereich mit 87 Pflege- und Kurzzeitpflegeplätzen sowie elf betreuten Altenwohnungen im Dachgeschoss", berichtete Neumayer beim Infoabend in der Ludwig-Steinbach-Straße vor gut 60 Zuhörern. "Erstmalig bieten wir auch zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften (WG) für jeweils zwölf beziehungsweise 13 Bewohner an." Sie entstehen im ersten und zweiten Obergeschoss des zweiten Bauabschnitts auf einem Teil des Geländes des alten Bürgerhauses, dessen Neubau zeitgleich an der Helenastraße entsteht (der TV berichtete). Mit dem Bau werde Anfang September begonnen; die Eröffnung sei für Juni 2012 geplant.
"Die Appartements in den WGs sind autarke kleine Einheiten mit eigener Küche, eigener Haustür mit Klingel und Briefkasten", erklärte Diana Ruhmöller von der Ago. Sie orientierten sich nach dem Konzept der fünften Generation des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA). Das Konzept sei erst im vergangenen Jahr vorgestellt worden, ergänzte Neumayer. "Es gibt nur wenige Seniorenheime in Deutschland, die das anbieten" - auch für die Ago ein Novum.
"Die Bewohner organisieren sich in Gruppen und sollen bei ihrer Versorgung mitarbeiten", sagte Ruhmöller. So könnten die Bewohner lange ihre Selbstständigkeit und Privatheit behalten. Zudem sei stets eine Betreuungsperson präsent. Bei Pflegebedarf könne, ebenso wie bei den Altenwohnungen mit rund 55 bis 60 Quadratmetern Fläche, Küche, Schlafzimmer und eigener Dachterrasse, ein hauseigener ambulanter Pflegedienst in Anspruch genommen werden.
Bereits am 1. Oktober werde die Heimleitung ihre Arbeit in Euren aufnehmen, informierte Neumayer. Sie werde Aufnahmen bearbeiten sowie Personalgespräche führen. Die komplette Betreuung und Versorgung erfolge mit eigenem Personal. Insgesamt sollen rund 70 Voll- und Teilzeitstellen entstehen in den Bereichen Pflege, Verwaltung, Küche, Reinigung, Wäsche und Haustechnik.
Haupteingang des Zentrums ist in der Eurener Straße 170. "Dort begrüßt unser öffentliches Bistro die Gäste", sagte Ruhmöller. Für Heimbewohner gebe es zudem einen Frisörsalon und eine Kapelle im Erdgeschoss. Auf jeder Etage entstehen Speise-, Aufenthalts- und Therapieräume. Zudem gebe es einen Rundgang, besonders wichtig für Demenzkranke. Das Zentrum der Anlage beherrschen ein Garten und eine Terrasse. Parkplätze sind in der Straße Im Greimersfeld sowie am Anbau Helenastraße vorgesehen. Geplant seien auch Kooperationen mit Vereinen und Einrichtungen im Quartier, sagte Ruhmöller. "Unser Ziel ist es, in unserem Seniorenzentrum Menschen die Möglichkeit zu geben, im Alter in ihrem Stadtteil wohnen zu bleiben." Die Ago-Unternehmensgruppe ist Träger von zurzeit sieben Seniorenzentren mit rund 800 Pflegeplätzen und betreuten Wohnungen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Eine weitere Anlage ist in Dresden (114 Pflegeplätze) im Bau. In der Planungsphase befindet sich das Seniorenzentrum in Pluwig mit 60 Pflegeplätzen und 13 betreuten Altenwohnungen, das Anfang 2013 in Betrieb gehen soll. mehi