Neue Zahlen, neue Pläne

Die 80er-Jahre hat die alte Tarforster Grundschule nur knapp überlebt: 45 Kinder waren - "dank" des Pillenknicks - damals nur angemeldet. Lediglich Elternproteste verhinderten die Schließung. Gut 15 Jahre später, Anfang des Jahrtausends, ließen Zuzug und neue Baugebiete die Zahl der Kinder in die Höhe schnellen.

Die Stadt reagierte schnell: Die Keune-Schule wurde erweitert, ein großzügiger Schulneubau geplant. Jetzt liegen wieder neue Zahlen auf dem Tisch. Nicht seitens der Schulbehörde, sondern des Statistischen Landesamts: Nur 8,6 Kinder pro 1000 Einwohner werden in Trier jährlich geboren, bis zum Jahr 2050 sollen laut amtlicher Prognose nur noch rund 1275 Kinder unter 15 Jahren im Stadtgebiet leben. In anderen Städten hat die demografische Entwicklung bereits zur Schließung von Grundschulen geführt. Auch in Trier muss vorausschauend geplant werden: Nicht alleine die prognostizierte Schülerzahl in Tarforst darf entscheidend sein. Vielmehr muss die künftige Gesamtsituation aller Trierer Grundschulen betrachtet werden, bevor der Zehn-Millionen-Bau umgesetzt wird. Dass ihre Kinder möglicherweise keine "eigene" Grundschule vor der Haustür bekommen, dürfte viele der zugezogenen Tarforster maßlos enttäuschen. Aber an diese Situation müssen wir uns bei weiter ausbleibenden Kinderzahlen früher oder später wohl sowieso gewöhnen müssen. c.wolff@volksfreund.de

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