Neuer Domführer leitet durch Trierer Gotteshaus

Brauchen Touristen und Einheimische noch einen Führer durch den Dom? Die sechs Autoren eines 52-Seiten-Büchleins im Westentaschenformat meinen ja. Sie erklären unter dem Titel "Gottes Haus Menschen Raum - Lebensspuren im Trierer Dom" die Hohe Domkirche als Ort von Glaubensgeschichte(n).

Neue Perspektive auf den Dom: Mit dem neuen Büchlein werden Glaubensbotschaften in der Hohen Domkirche zu Trier seh- und erlebbar gemacht. TV-Foto: Cordula Fischer

Trier. (cofi) Die Idee zu einem katechetischen Domführer musste reifen. Das Autoren-Team hat sich in den Dom gesetzt und die Menschen, ihre Wege und Verweilorte, beobachtet und gschaut, ob es Unterschiede zwischen Erstbesuchern und Dom-Kennern beim Kirchen-Besuch gibt. "Sehen, suchen, schauen nachdenken - das war, was wir bei den Menschen feststellen konnten", sagt Domprobst und Mitautor Werner Rössel. Im Austausch entwickelten er, Ordinariatsrat i.R. Hubert Maria Ries, Hans Georg Reuter (ehemaliger Diözesanreferent für Katechese), Anne Maria Schauer (Lehrerin), Dorothe Altmeyer (Lehrerin) und Engelbert Felten (Domvikar) das Konzept und Ideen für die 17 Beiträge, die "das Haus Gottes als das Haus des Menschen und als Haus für den Suchenden" von einer anderen Seite zeigen.

Altbischof Reinhard Marx gibt seinen Segen



Frisch aus der Druckerei schickte Rössel das Hochglanz-Büchlein an den Trierer Ex-Bischof Reinhard Marx nach München, der die Anfänge der Arbeit am Domführer mitbegleitet hatte. Der schrieb sofort zurück: "Es ist akzeptabel und gut geworden und erinnert mich an den Dom, den ich so sehr vermisse", erzählt Rössel.

Der Domführer öffnet andere Perspektiven, als kunstgeschichtliche oder historische Fakten zu vermitteln. Er zeigt den Dom als stein- und bildgewordene Glaubensbotschaft. Er orientiert sich an der Idee, dass der Dom Gottesraum, aber auch ein Raum "von Menschen für Menschen" ist, sagt Altmeyer. Grunderfahrungen bilden den Leitfaden für den Dom-Besuch und ermöglichen, bestimmte Orte situations- und erfahrungsbezogen wahrzunehmen, Lebensspuren zu entdecken und "dem Leben etwas mehr auf die Spur zu kommen". Den einzelnen Dom-Orten (unter anderem Westfassade, Taufbecken, Altarinsel, Konstantin und Helena, Heilig-Rock-Kapelle, Domkreuzgang, die modernen Fresken) sind solche Erfahrungswerte zugeordnet (analog: "sich annähern", "eintreten", "sich versammeln", "Zeichen setzen", "ein Ziel finden", "hineingehen", "hinausgehen"). Dabei wird die primäre Funktion des Kirchenraumes in Bezug zu Glaubensgeschichte und -geschichten gesetzt.

51 farbige Fotos ergänzen die einzelnen Kapitel. Farbig unterlegte Text-Passagen enthalten Zusatz- und Hintergrund-Informationen, Gebete, Gedichte und Zitate. Bibelstellen verdeutlichen Funktionen und Bedeutungen von Kirchen-Inventar und -Orten und deren "Verwendung" unter katechetischen Gesichtspunkten. Sie finden sich innerhalb des Textes in farbiger Schrift hervorgehoben.

Der Domführer "Gottes Haus Menschen Raum - Lebensspuren im Trierer Dom", 52 Seiten, ISBN 978-3-7902-1639-4, ist im Paulinus-Verlag erschienen. Erhältlich ist er zum Preis von 3,90 Euro bei der Dom-Information, der Paulinus Verlag GmbH sowie im Buchhandel.