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Neuer Favorit für Trierer Feuerwache - Areal in der Löwenbrückener Straße wieder im Gespräch

Neuer Favorit für Trierer Feuerwache - Areal in der Löwenbrückener Straße wieder im Gespräch

Der Parkplatz zwischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und Kleingartenanlage Trier-Ost galt als Favorit für den Neubau der Hauptwache der Berufsfeuerwehr. Doch das entstehende schwarz-grüne Parteienbündnis ist dagegen. Dezernent Thomas Egger muss weiter suchen. Sein Zeitplan verzögert sich.

Trier. 10 500 Quadratmeter Baufläche und ein Standort, von dem alle Stadtteile, die von der Hauptwache aus versorgt werden, möglichst binnen acht Minuten zu erreichen sind: Das sind die Voraussetzungen für den dringend benötigten Bau des neuen Hauptstandorts der Berufsfeuerwehr Trier. Bereits 2009 hatte der Stadtrat eine Analyse der infrage kommenden Grundstücke in Auftrag gegeben.Kleingärten sollen weichen


Mitte 2013 kristallisierte sich das Areal Spitzmühle, gelegen zwischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und Kleingartenanlage Trier-Ost, als am besten geeignet heraus. Alle anderen untersuchten Gelände wurden wegen verschiedener Ausschlusskriterien zunächst nicht weiter verfolgt (siehe weiteren Text auf dieser Seite).
Doch auch bei der Spitzmühle gibt\'s Probleme. Dass 20 Kleingärten dem Feuerwehrbau weichen müssten und die ständigen Alarmfahrten den benachbarten Schulbetrieb stören könnten, wiegt dabei noch am geringsten. Die Grünanlage gilt als wichtig für die Frischluftversorgung der Kernstadt. Zudem hatte der Denkmalpflegebeirat im Sommer sein Veto gegen die Bebauung des Geländes eingelegt. Die dort vermutete unterirische römische Tempelanlage sei zu bedeutend, argumentierten die Denkmalpfleger (der TV berichtete).
Dezernent Thomas Egger verteidigte die Spitzmühle trotzdem. Seine Aussicht auf Erfolg dürfte allerdings gering sein. Denn CDU und Grüne, die im neuen Stadtrat ein Bündnis bilden wollen und dann mit 29 Stimmen die Mehrheit im 56-köpfigen Gremium hätten, positionieren sich klar dagegen: "Wir werden dafür sorgen, dass die Planungen zum Standort Spitzmühle nicht weiter verfolgt werden", kündigt Schwarz-Grün in einem Grundlagenpapier an.
Obwohl es für die Spitzmühle bereits konkrete Bauskizzen für die Feuerwehrhauptwache gibt, betont Dezernent Egger, dass "noch keine Vorentscheidung" gefallen sei. Alle Standorte würden weiterhin nach ihren Vorteilen und Problemen untersucht. Die Analyse werde anschließend den entsprechenden politischen Entscheidungsgremien vorgelegt. Die Festlegung von Schwarz-Grün gegen die Spitzmühle hält Egger "zum jetzigen Zeitpunkt für problematisch".
Seinen eigenen Zeitplan, nach dem die Standortentscheidung noch in diesem Jahr fallen sollte, kann Egger nicht einhalten: "Zu meinem Leidwesen."
Der Hauptgrund für die Verzögerung: Sein Dezernatsausschuss hat beschlossen, dass ein bereits ad Acta gelegtes Areal in der Löwenbrückener Straße noch einmal untersucht wird. Auf dem Gelände unterhält derzeit noch der Abfallentsorger ART seine Betriebshallen und seinen Fuhrpark. In den nächsten Jahren will der Zweckverband allerdings auf sein neues Grundstück an der Metternichstraße in Trier-Nord umziehen. Laut Bebauungsplan soll auf dem dann frei werdenden Gelände in Trier-Süd ein neues Wohn- und Gewerbeviertel entstehen.
"Der Standort war deshalb bereits 2009 aus der Diskussion um den Feuerwehrneubau genommen worden", erklärt Egger. Um jetzt, fünf Jahre später, das Gelände noch einmal zu bewerten, müssten die damals ermittelten Daten überprüft und möglicherweise neu aufbereitet werden. Wie lange das dauert, ist offen. Dem Stadtrat soll eine Entscheidungsvorlage "schnellstmöglich im kommenden Jahr" vorgelegt werden, sagt Egger.