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Neuer Hallenboden für den Reitverein Trier

Vereine : Hallenboden aus Jute und Sand schont die Umwelt

Mitglieder und Förderer des Reitvereins Trier ermöglichen durch Spenden und Arbeitseinsatz ein innovatives Geläuf am Trimmelter Hof. Dabei kommt ein spezielles Verfahren zum Tragen.

Angelika Herber blickt zufrieden auf den neuen Boden der Reithalle. „Ohne das große Engagement unserer Mitglieder wäre die Sanierung der Halle und die Umsetzung vieler anderer Projekte nicht möglich“, resümiert die erste Vorsitzende des Reitvereins Trier bei einem Rundgang.

Um den alten Boden der großen Reithalle austauschen zu können, hatte der Vorstand mit Hilfe der Volksbank Trier eine Crowdfunding-Initiative ins Leben gerufen. Dabei spendet die Volksbank für jeden zahlenden Unterstützer ab fünf Euro zusätzlich zehn Euro. Innerhalb weniger Tage war das Spendenziel von 1500 Euro bereits erreicht. Sonja Kirsch, die Pressesprecherin des Reitvereins, und Angelika Herber zeigen sich von der Unterstützung, die der Verein erfahren hat, berührt. „Gerade nach Corona haben wir mit einer solchen Spendenbereitschaft nicht gerechnet.“

Dass sich ein Reithallenboden – je nach Beanspruchung und Pflege – nach gewisser Zeit abnutzt und ausgetauscht werden muss, ist gängige Praxis. Da der alte Boden zuletzt stark gestaubt hatte und für die Pferde nach der Bewässerung zu rutschig war, musste er dringend erneuert werden. Bei der Recherche sei der Vorstand auf Jute, die dem Reitsand untergearbeitet wird, als Alternative zu Vlies-Schnitzel aufmerksam geworden. Das Besondere daran: Es ist für alle ein kleines Experiment.

Sonja Kirsch: „Uns war wichtig, dass unser neuer Boden nicht mit Kunststoff versetzt ist. Jute ist ein neues Material auf dem Markt, das wir im Sinne der Nachhaltigkeit testen.“ Angelika Herber merkt an: „Unseres Wissens nach sind wir aus der Region die Ersten.“ Überzeugt habe sie außerdem, dass der nachwachsende Rohstoff Feuchtigkeit gut speichert, eine bessere Federung bietet und somit auch gelenkschonender für die Pferde ist. Das Material hat der Reitverein von einem der wenigen Lieferanten bezogen, und zwar aus Nordrhein-Westfalen.

„Als wir unsere Mitglieder dazu aufgerufen haben mitanzupacken, war das für viele selbstverständlich“, erzählt Angelika Herber stolz. Am Ende haben sich 25 Helfer aller Altersgruppen zusammengefunden, die Jüngste unter ihnen ist die neunjährige Eva.

In einer ersten Phase musste der alte, spezielle Reitsand durch neuen ausgetauscht und eine Woche liegengelassen werden. Danach pflückten die Mitglieder die in Säcken komprimierte Jute auseinander und halfen dabei, sie in der ganzen Halle zu verteilen, zu fräsen und dem Sand unterzuarbeiten.

Die Mitglieder packen beim Verteilen der Jute zusammen an. Wer hätte gedacht, dass Arbeit spaßig sein kann. Foto: Sonja Kirsch

Am Anfang habe das neue Material stark gestaubt, erinnern sich Angelika Herber und Sonja Kirsch. Ein leichter Staubgeruch liegt immer noch in der Luft. Es dauere eben noch, bis sich die Jute mit dem Sand vollständig verbindet. Sonja Kirsch lacht und sagt: „Für die Durchmischung sind nun unsere Pferde an der Reihe.