Neuer Hüter der kulturellen Goldreserve

Neuer Hüter der kulturellen Goldreserve

Die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Trier hat einen neuen Direktor: Der Regens des Seminars, Monsignore Michael Becker, hat Hans-Joachim Cristea in dieses Amt eingeführt.

Trier. Er will die wertvollen Handschriften und gedruckten Bücher der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars wie eine "kulturelle Goldreserve" bewahren - gerade trotz und gerade in einer Zeit der fortschreitenden Digitalisierung: Das hat Hans-Joachim Cristea bei seinem Amtsantritt als Direktor der Bibliothek angekündigt. "Im Dienst des Glaubens und der Wissenschaft" stelle er sich Cristea in die Nachfolge Franz Rudolf Reicherts, der die Bibliothek von 1969 bis 1988 geleitet hat, sagte Cristea. Den besonderen "Goldwert" des Bibliotheksbestandes schätze er seit seiner Studienzeit und wolle diesen Schatz ansprechend erschließen.
Cristea, der aus Koblenz stammt, hat katholische Theologie, Latein und Griechisch studiert. Er promovierte im Fach "Wissenschaft vom christlichen Orient". Bisher war er als Akademischer Oberrat an der Theologischen Fakultät Trier für die Vermittlung der biblischen Sprachen verantwortlich. Seine bibliothekarische Ausbildung erwarb Cristea am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft in Berlin.
Der Regens des Bischöflichen Priesterseminars in Trier, Monsignore Michael Becker, dankte Domkapitular Professor Reinhold Bohlen, der die Bibliothek fast drei Jahre langehrenamtlich geleitet hatte. Bohlen habe "mit außerordentlichem Engagement" die Entwicklung der Bibliothek gefördert. So sei auf seine Initiative die EDV-Ausstattung modernisiert worden. "Zudem motivierte er die Mitarbeiter zu mehreren viel beachteten Ausstellungen in der Bibliothek."
Daran möchte Reinhold Bohlens Nachfolger Hans-Joachim Cristea nun anknüpfen. Die Trie rer Bibliothek dient neben dem Priesterseminar gleichzeitig der Theologischen Fakultät als Hochschulbibliothek. Zudem erfüllt sie im Bistum Trier die Aufgabe einer Diözesanbibliothek. Sie ist mit ihren wertvollen Altbeständen und mehr als einer halben Million Medien eine der bedeutenden wissenschaftlichen katholischen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum. red