Neuer Infopunkt für Asylbewerber
Trier/Hermeskeil · Flüchtlinge sollen sich in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes künftig zentral über Aufteilung und Abläufe informieren können. Studierende der Hochschule Trier haben einen Infopoint entworfen, den das Land als Modellprojekt zuerst in Hermeskeil errichten will.
Trier/Hermeskeil. Am Anfang war das Haus. Als "Symbol für einen geschützten Raum, Heimat und Geborgenheit", wie Architektur-Studentin Alina Horst ihren Grundgedanken beschreibt. Die Silhouette ist aus allen Perspektiven als Haus erkennbar. Doch die Flächen sind unterbrochen, wirken leicht, luftig, geradezu grazil. Das Material - hochwertiger Sichtbeton - ist hingegen stark und widerstandsfähig. Student Bujar Hasani verbindet die Vorstellung prompt mit einer politischen Botschaft: "Wir brauchen Stärke und Zusammenhalt, um die Situation mit den Flüchtlingen zu meistern."
Die Grundidee für das ganze Projekt entstand im Netzwerk Refugium Trier, einem informellen Zusammenschluss von Flüchtlingshelfern. Die Hochschule Trier organisierte eine interdisziplinäre Projektwoche des Fachbereichs Gestaltung mit Dekan Professor Matthias Sieveke. Dabei entstand unter anderem eine Art Willkommensbuch, ein Leitfaden für die Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (Afa-Guide).
Dieses Buch könnte künftig eines der Informationsmittel sein, die an der zentralen Anlaufstelle gezeigt und ausgelegt werden. In Schaukästen können zum Beispiel Stadtplan, Geländekarte und Infos zu den Abläufen in der Einrichtung aushängen.
Auf dem Platz um das Infohäuschen herum stellen sich die Studierenden bunte Sitzgelegenheiten und eine auffällig rote, flexibel aufstellbare Infowand vor. Komplettiert wird das Konzept durch ein Leitsystem für das jeweilige Afa-Gelände. Schilder mit Grundrissen der Gebäude, große Banner an den Außenwänden und Flugblätter erklären mit Piktogrammen, was wo untergebracht ist. Dagmar Barzen, Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, dankte allen Beteiligten des Projekts: "Da die Afa Trier in diesem Jahr umgebaut wird, wollen wir den Prototyp in der Afa Hermeskeil realisieren." Im Idealfall sollen dann die anderen Standorte landesweit folgen.Extra
Erste Berechnungen ergaben für den Infopunkt Kosten von 15 000 Euro. Hinzu kommen 8000 Euro für die Platzgestaltung und 2000 Euro für das Leitsystem. Die Finanzierung soll möglichst über Sponsoren laufen. Kontakt zur ADD: Telefon 0651/9494-900. Spendenkonto: Land Rheinland-Pfalz, Deutsche Bundesbank Filiale Koblenz, BIC: MARKDEF1570, IBAN: DE15570000000057001513. Verwendungszweck: Sponsoring Afa-Infopunkt. cus