Neuer Lebensmittelmarkt in Trierer Innenstadt: Rückkehr nach mehr als 20 Jahren

Neuer Lebensmittelmarkt in Trierer Innenstadt: Rückkehr nach mehr als 20 Jahren

Singles, Senioren und Studenten dürften sich freuen: In der Trierer Simeonstraße eröffnet in drei Wochen ein Rewe-Lebensmittelmarkt. Damit wird sich die Nahversorgung in der nördlichen Altstadt deutlich verbessern.

Geschäfte kommen und gehen in der Trierer Fußgängerzone. Aber diese bevorstehende Neueröffnung ist eine der besonderen, weil komplett unerwarteten Art. Sie sorgt schon im Vorfeld bei Passanten für Gesprächsstoff. Rewe kommt in die Simeonstraße - und damit erstmals nach mehr als zwei Jahrzehnten ein Lebensmittelgeschäft.
Genau genommen ist es ein Comeback: Der letzte Lebensmittelmarkt in der Sim, der seine Pforten geschlossen hat, war 1995 ein Rewe. Es war der Schlusspunkt eines langsamen Dahinsiechens einer ganzen Branche.

In den 1970er Jahren gab es zwischen Porta Nigra und St. Gangolf noch ein Dutzend Lebensmittelläden, Metzgereien, Bäckereien und Feinkostgeschäfte.

Hätte nicht Karstadt als einziges der drei Trierer Warenhäuser seine Lebensmittelabteilung beibehalten, wäre Triers prominenteste 1a-Lage in dieser Hinsicht komplett verwaist.

Laut Rewe-Bezirksmanager Harri Schappalz hat's "nicht an uns gelegen. Wir haben schon seit Jahren einen Standort in dieser sehr interessanten Lage gesucht." Fündig geworden ist man schließlich im Haus Simeonstraße 15, bis Ende 2016 Domizil einer Filiale der insolvent gegangenen Handelskette Strauss Innovation. Und das ausgerechnet im Nachbarhaus des früheren Rewe-Ladens.

Die Zukunft: 534 Quadratmeter Verkaufsfläche, auf denen Rewe sein "City-Konzept" realisiert und nach den Worten von Pressesprecherin Christiane Preisen den Anspruch hat, "Vollversorger für die Stadtbevölkerung" zu sein. Neben dem, was von Obst- bis Backabteilung einen Lebensmittelmarkt üblicherweise ausmacht und in dieser Gegend vor allem die dort wohnenden Senioren, Singles und Studenten freuen dürfte, wird der Sim-Rewe aber auch über einen Gastrobereich im Eingang verfügen. Er bietet kalte und warme Getränke zum Mitnehmen sowie Klappbrote, belegte Brötchen und weitere frisch zubereitete Speisen - auch über einen Außenverkauf - an. Außerdem gibt es eine Sushi-Bar.

Die Marktmanagerin kennt die Region: Hiltrud Helten stammt aus Ockfen/Saar und hat unter anderem bereits die Rewe-Filialen Bitburg und Saarburg geleitet. Trier sei jedoch ihre "größte Herausforderung", sagt die 57-Jährige. "Denn wir wollen auf relativ wenig Raum ein großes Spektrum" an Produkten anbieten. Dass das ambitionierte Konzept aufgeht, steht für sie "außer Frage. Unsere Kunden werden ja nicht nur die Einheimischen sein, sondern auch die Touristen."

Fast 20 Arbeitsplätze würden neu geschaffen - allesamt für Festangestellte.

Mit dem neuen Geschäft in der Sim, dessen Eröffnung für Donnerstag, 18. Mai, geplant ist, baut Rewe seine Lebensmittel-Marktführerschaft in den Top-Shoppingmeilen Triers aus. Denn neben dem Rewe im Untergeschoss des Einkaufszentrums Trier-Galerie (Fleischstraße) gibt es gewissermaßen noch einen weiteren, auch wenn der nicht gleich als solcher zu erkennen ist: Die Lebensmittelabteilung von Karstadt (Simeonstraße) bietet im Rahmen einer Kooperation seit Jahren auch Artikel des Kölner Konzerns an.Extra: AUCH HIER GIBT ES LEBENSMITTEL

Horten, Kaufhof, Deko & Co. - all diese Lebensmittelläden oder -abteilungen gibt es längst nicht mehr in Trier. Doch Ess- und Trinkbares für den Haushaltsgebrauch kann man durchaus weiterhin in der Trierer Fußgängerzone kaufen: außer bei den Rewe-Märkten und Karstadt bei Aldi (Nagelstraße), Netto (Treviris-Passage) und Biogate (Palaststraße).

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