Neuer Pastor mit Vorliebe für Actionfilme

Neuer Pastor mit Vorliebe für Actionfilme

Bischof Stefan Ackermann hat Wort gehalten: Nachdem Pastor Markus Nicolay zum Bedauern vieler Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Peter Ehrang in das Generalvikariat abberufen wurde, ist die Stelle zügig neu besetzt worden. Am 30. Januar um 15 Uhr wird Siegmund Pawlicki (58) in St. Peter in sein Amt eingeführt.

Ehrang. Mit dem Jesuitenpater Siegmund Pawlicki erhalten Ehrangs Katholiken einen neuen Hirten, dem Formulierungen wie "menschenfreundliche Kirche", "einladend" und "Wandel in Richtung Einfachheit" sehr wichtig sind. Sie stehen dick unterstrichen auf einem Zettel, auf dem der Ordensmann seine künftigen Schwerpunkte zusammengefasst hat. Lauscht man den Ausführungen zu seiner Vita, entsteht der Eindruck, dass mit Pawlicki ein lebendiger und unkomplizierter Kirchenmann ohne Berührungsängste nach Ehrang kommen wird.

Der bekennende Motorradfan - seine letzte Maschine war eine 750er Kawasaki - ist gebürtiger Hamburger. Er besuchte dort ein Jesuitengymnasium, trat als 30-Jähriger dem Jesuitenorden bei und wurde in Bonn zum Priester geweiht.

Ein Aufbaustudium in Politologie brach er ab, weil er zur Jugendseelsorge zurück nach Hamburg berufen wurde. "Mit Jugendlichen kann ich gut umgehen", sagt Pawlicki, der sich dort zehn Jahre lang um Jugendarbeit und Schuldienst kümmerte. Das glaubt man: klare Sprache, Lust am Erzählen - und das schmunzelnd vorgebrachte Bekenntnis, Eigentümer von rund 1000 Actionfilmen zu sein. "Weltzugewandt, nicht herrschend, sondern dienend", beschreibt er seine Haltung.

Nach seiner Zeit als Schulseelsorger in Göttingen wurde Pawlicki Superior und Pfarrer der Hamburger Citykirche St. Ansgar Kleiner Michel, einer "Schwergewichtspfarrei". Nach jahrelanger Arbeit dort ging Pawlickis Wunsch in Erfüllung, in einer katholischen Gegend zu arbeiten. Ein gutes Jahr war er Kooperator in den Gemeinden Euren und Zewen.

Er ist und bleibt Superior im Ignatiushaus in der Dietrichstraße und wird von Ehrang und Trier aus wirken. Die Berufung nach Ehrang ist für Pawlicki eine "Herausforderung im positiven Sinne". Aktive Teilnahme der Gemeinde, die auf Gegenseitigkeit beruht, und eine "gewisse Glaubwürdigkeit" sind seine Erwartungen.

Gelassen sieht er den finanziellen, baulichen und personellen Problemen in der Gemeinde sowie der baldigen Fusion mit Pfalzel/Biewer entgegen. Eine "Schlankheitskur" im Sinne von Einfachheit könne "enorme Heilkräfte frei machen, wenn Gott dabei seine Finger im Spiel hat".