Neuer Protest gegen die alte Raumnot

Neuer Protest gegen die alte Raumnot

Das Humboldt-Gymnasium mit seinen 1000 Schülern platzt aus allen Nähten. Mit einer Protestaktion haben Lehrer und Schüler erneut auf die fehlenden Räume aufmerksam gemacht und auf eine Lösung gepocht: die ehemalige Robert-Schumann-Realschule als Ausweichquartier.

Trier. "Wir protestieren!", schallt es am Dienstagvormittag schrill durch das Rathaus-Foyer: Hunderte Schüler des HGT sind soeben mit ihren Lehrern vom Viehmarktplatz zum Augustinerhof gezogen. Dort entdecken vor allem die Jüngeren den Reiz der machtvollen Demonstration, schwenken rufend Schilder, die so groß sind wie sie selbst: "Unser Traum: Schule mit Raum!" oder "Bildung braucht Platz!" steht darauf.
Es ist nicht das erste Mal, dass Schüler und Lehrer gemeinsam auf die Raumnot der Schule aufmerksam machen (der TV berichtete). Diese dritte Aktion lockt schließlich Angelika Birk vor die Tür, als Dezernentin unter anderem für die Bildung zuständig. Sie spricht mit dem HGT-Direktor Ralph Borschel.
"Wir haben etwa zwölf Räume zu wenig", erinnert der. "Uns fehlen Klassen-, Fach- und Aufenthaltsräume. Unsere Mensa ist viel zu klein, die Bibliothek - es fehlt an allen Ecken!"
Borschel möchte die Räume der ehemaligen Robert-Schumann-Realschule (RSR) in der Kaiserstraße nutzen dürfen. Die ist mit der ehemaligen Pestalozzi-Hauptschule an deren altem Standort in der Speestraße zur Nelson-Mandela-Realschule plus fusioniert, das alte Gebäude wird immer weniger genutzt.
Selbst wenn der Stadtrat den Beschluss von 2013 revidiert, die Gebäude der RSR aufzugeben, müsste dort noch einiges getan werden, bevor das HGT sie nutzen könnte - vor allem in Sachen Brandschutz. Konkrete Kosten werden zwar derzeit abgeschätzt, die Zeit drängt aber, räumt auch Angelika Birk ein: Die Beratungen für den Haushalt 2015/16 stehen an, beschlossen werden soll er planmäßig im Februar nächsten Jahres. Birk sagt, sie habe schon vor einem Jahr im Schulträgerausschuss auf das Platzproblem der Gymnasien aufmerksam machen wollen, sei aber nicht gehört worden.
"Wir wollten uns jedenfalls vorsorglich in Erinnerung bringen", sagt Borschel. Auch dank seiner jüngsten Schüler ist das gelungen. fgg