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Neuer Rastplatz Ehrang: Fläche steht fest

Neuer Rastplatz Ehrang: Fläche steht fest

Anlieger des Laacher Wegs in Trier-Ehrang befürchten Lärm und Vandalismus durch einen geplanten Treffpunkt an der Kyll (der TV berichtete). Die Stadtverwaltung hält am favorisierten Standort fest.

Um Konflikte im Ortskern von Ehrang zu vermeiden, soll es künftig eine neue Anlaufstelle am Ortsrand geben. Dort sollen sich Jung und Alt treffen und unterhalten können, ohne Passanten oder Anwohner etwa der Kyllstraße zu belästigen.

Die angepeilte Wiesenfläche liegt idyllisch an der Kyll, unterhalb der Ortsumgehung B 53 an einem Wirtschaftsweg (Verlängerung des Laacher Wegs). Dieser Standort-Vorschlag stieß jedoch auf herbe Kritik. Rund 30 Haushalte beklagten in einem Brandbrief mit Unterschriftensammlung, das Problem werde so nur verlagert. Auswüchse wie lautes Feiern zu nächtlicher Stunde und Müllablagerung in den Vorgärten würden regelrecht heraufbeschworen.

Tisch und Bänke bleiben mobil



Bei einem Ortstermin im November sagten Quartiersmanagerin Vera Erasmy und weitere städtische Vertreter zu, mögliche Ausweichstandorte zu prüfen. Das Ergebnis präsentierten sie vor kurzem den Anliegern: Die Ersatzflächen gelten als ungeeignet, es bleibt bei der ursprünglich favorisierten Variante (siehe Extra).

"Die Wiese erfüllt alle Bedingungen", stellt Erasmy fest. "Sie ist zum Beispiel von drei Seiten eingeschlossen, liegt in gewissem Abstand zur Wohnbebauung, aber nicht zu sehr außerhalb, und Fußgänger spazieren dort entlang."

Nahe am Wirtschaftsweg sollen in einem generationsübergreifenden Projekt drei bis vier Bänke, ein Tisch und eine Überdachung aufgebaut werden. Beteiligt sind etliche Jugendliche, ehrenamtliche Helfer aus der Bürgerschaft, dazu Jugendamt, Stadtplanungsamt, Grünflächenamt, Streetworker, Jugendtreff und Ortsvorsteher/Ortsbeirat. Steinmetz Henning Wirtz gibt fachliche Unterstützung. "Innerhalb von zwei Wochen werden wir uns treffen und die weiteren Schritte festlegen", kündigt Vera Erasmy an.

Alfons Simon vom Laacher Weg, einer der Initiatoren der Unterschriftensammlung, ist sauer: "Die Stadt legt einfach einen Platz fest, obwohl ein ganzer Straßenzug dagegen ist. Ich glaube nicht, dass es an dieser Stelle gutgeht."

Erasmy kann die Sorgen der Anwohner grundsätzlich nachvollziehen: "Ich kann vorab keine Garantie geben, dass es funktioniert. Aber wir arbeiten möglichen Auswüchsen entgegen." Die Planer sehen den Platz "von allen für alle" als ein Angebot an Jugendliche, sich eigenverantwortlich auszuprobieren, Facetten an sich kennenzulernen und Sozialkompetenz zu trainieren.

Laut Oberbürgermeister Klaus Jensen können Tisch, Bänke und Dach "bei anhaltenden Problemen wie mangelnder Pflege, Zerstörungen oder Ruhestörungen kurzfristig wieder entfernt werden". Wegen der Lage im Überschwemmungsgebiet darf dort ohnehin nichts einbetoniert werden.

"Seit zehn Jahren scheitert unser Plan, einen Bolzplatz zu bauen, an den jeweiligen Anliegern", sagt Ortsvorsteher Günther Merzkirch. "Zumindest irgendeinen Treffpunkt muss es geben. Wir probieren es jetzt mit dem Rastplatz."

EXTRA Standortfrage: Mehrere vorgeschlagene Flächen für den Rastplatz verwarf die Verwaltung wegen zu großer Entfernung zum Ort. Auch das gegenüberliegende Uferder Kyll kam nicht in Frage, weil die dortigen Bauwerke der Stadtwerke hätten abgesichert werden müssten. Allerdings hatten die Anlieger mit ihrem Vorschlag ohnehin gar nicht diese Fläche gemeint, sondern einen Standort hinter der Unterführung der B 53. Dieses Areal hatte die Verwaltung jedoch ebenfalls verworfen. (cus)

Meinung: Vorschuss an Vertrauen
Das Projekt Rastplatz Ehrang hat im Herbst 2009 einen Fehlstart hingelegt. Da gibt es nichts zu beschönigen. Eine taktisch frühzeitige Information der Anlieger hätte angesichts des sensiblen Themas die Wogen erst gar nicht so hoch schlagen lassen. Immerhin drehten die Planer dann schnell bei und nahmen alle mit ins Boot. Dass sie nun letztlich doch auf dem ursprünglichen Standort beharren, löst naturgemäß keinen Jubel unter den Anliegern aus. Leider gab es bei der Prüfung ihrer Alternativvorschläge auch noch ein Missverständnis. Immerhin hat der favorisierte Platz gute Chancen, von der Hauptzielgruppe auch angenommen zu werden. Die Nutzer haben es selbst in der Hand, die Zweifler zu überzeugen: Verhalten sie sich auf dem Rastplatz und auf dem Weg dorthin einigermaßen vernünftig, dann muss es keinerlei Beschwerden geben. Dieser Standort kann funktionieren, wenn Jugendliche und Erwachsene dem Vertrauensvorschuss gerecht werden und weiter an einem Strang ziehen. Für Ehrang wäre das jedenfalls ganz wichtig. m.hormes@volksfreund.de