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Neuer Reiseführer: "Trier zu Fuß erkunden"

Reisen : Neuer Stadtführer: "Trier zu Fuß erkunden"

Christian Jöricke veröffentlicht mit „Trier zu Fuß erkunden“ einen neuen Stadtführer. Er erklärt nicht nur, warum auch viele Einheimische damit noch Neues entdecken, sondern auch, warum er seine Moselmetropole so liebt.

Trier ist die Stadt der kurzen Wege. Etwa von der Abtei St. Matthias im Trierer Süden braucht man nur eine Stunde zu Fuß bis zum nördlichen Nellspark. Trier lässt sich also wunderbar per pedes entdecken. Glaubt man Christian Jöricke, hat er mit „Trier zu Fuß erkunden“ endlich das passende Buch dazu geschrieben, denn „es gibt bereits zu viele schlechte Reiseführer über Trier“, sagt der 42-Jährige. Was ist ein schlechter Reiseführer? „Na, Bleiwüsten voller historischer Daten“, erklärt er.

Praktisch soll sein Trier-Buch sein, reduziert auf das Wichtige. Jöricke möchte mit seinem Reiseführer auf acht Spaziergängen Touristen sowie Einheimischen schöne Ecken der Stadt zeigen. Richtig, auch den Einheimischen, sagt er und gibt in einem Atemzug zu: „Auch ich war vor der Buchrecherche nie auf der Porta, und so geht es vielen Trierern“. Mit einer kleinen Büro-Umfrage ließe sich das ja mal flott testen: Und, wer war schon im Karl-Marx-Haus oder kennt den herrlichen Blick auf die Stadt vom Markusberg?

Zurück vom Büro zum Reiseführer: Eine Tour führt an den Welterbestätten vorbei, eine andere hat den Schwerpunkt Wein, und wiederum eine andere richtet sich besonders an Kinder und Familien. Dabei stehen stets Streckendauer, Kilometerangaben und Streckenart, wie etwa „eben“ oder „asphaltiert“. Das ist so praktisch, wie Jöricke verspricht, denkt man an Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Kinderwagen.

Eine Route ins Visier genommen: „Viel zu staunen und zu spielen“ soll 45 Minuten dauern. Sie startet am Spielzeugmuseum. Einige Schritte weiter offenbart der Führer den Georgsbrunnen am Kornmarkt als beliebtes Kletterobjekt für die Kleinen und bietet spannende Geschichten für den Weg, die nicht nur Kindern Freude bereiten.

Wissen Sie, warum der Sage nach die große Granitsäule vor dem Trierer Dom liegt? Nein? Dann aufgepasst: Der Legende nach soll der Teufel zur Mithilfe des Baus der ersten Kirche – an selber Stelle wie der Dom – überredet worden sein. Man machte ihm weis, dort entstehe das weltweit größte Gasthaus. Als er die letzte Säule herbeischleppte, bemerkte er, dass der Bischof das Gebäude als Kirche einweihte. Aus Wut über die List warf er die Säule auf den Dom. Er verfehlte ihn knapp, sodass die Säule bis heute vor dem Eingang liegt.

Der Societätsverlag, bei dem „Trier zu Fuß erkunden“ erscheint, hat schon eine Reihe der Reiseführer herausgebracht, wie „Frankfurt zu Fuß“ oder „Aschaffenburg zu Fuß“. Weil es den Titel „Trier zu Fuß“ bereits gibt, entschied man sich noch, ein „entdecken“ dranzuhängen, erklärt Jöricke.

Der Autor versichert, er habe bewusst nicht vorher in „Trier zu Fuß“ – 2013 in zweiter Auflage erschienen – hinein geschaut, sondern erst nachdem er mit seinem Werk fertig gewesen sei. Und „Trier zu Fuß“ hat Jöricke schon von Kleinauf erkundet. Etwa von der Straße Auf der Hill in Olewig ging er täglich zur Schule ins Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Die 1,3 Kilometer hat er dann beim Feiern als Jugendlicher locker übertroffen, wenn es am Wochenende von Luckys Luke nach Kürenz ging. Ein Weg-Bier und viel Trierer Kultur bei Nacht ließen die vier Kilometer Strecke schnell vergehen. Hier schreibt ein waschechter Trierer über seine Stadt.

Trotz großer Heimatliebe war Reisen für Jöricke immer ein großes Thema, beruflich wie privat. Was er davon mitgenommen hat, ist ein großer Schulterklopfer für die Moselmetrople: „Es gibt keine schönere Stadt in der Größe Triers in Deutschland.“

Wie er zu der Bewertung kommt? „Extrem hohe Lebensqualität“, „direkt am Fluss“ und die „kulturelle Vielfalt“ führt er an. Die älteste Stadt Deutschlands habe also viel mehr als nur Römerbauten wie Amphitheater und römische Bäder zu bieten.

„Trier zu Fuß entdecken“ gibt es jetzt im Handel. Foto: Nicolaj Meyer

Nur sportlich sieht der Hobbykicker auf die letzten Jahre mit Sorge – denkt man an die Abstiege der Eintracht oder der Gladiators. Mit etwas Galgenhumor findet man auf 160 Seiten aber genug Stoff, um sich vom Ballsport abzulenken. Die erste Gelegenheit ist am Samstag, 20. Januar. Da präsentiert Christian Jöricke sein Buch in der Mayersche Interbook am Trierer Kornmarkt. Los geht es um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.