Neuer Wirbel um die Marx-Statue aus China

Neuer Wirbel um die Marx-Statue aus China

Die Debatte über das Karl-Marx-Denkmal in Trier, das China der Geburtsstadt des Philosophen schenken möchte, kommt nicht zur Ruhe. Nachdem am Montagabend der Trierer Stadtrat mit großer Mehrheit für die Annahme des Geschenks gestimmt hatte, beklagte die Volksrepublik nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) am Mittwoch "selektive Berichterstattungen" der deutschen Medien.

(aheu/bec) Es scheine so, als ob der chinesische Künstler oder China der Stadt das Denkmal aufzwinge. Dabei sei die Statue "als Geschenk auf Bitte der Trierer Seite zustande gekommen". Dies behauptet laut FAZ die Chinesische Botschaft in Berlin. Laut der Botschaft sei die Statue "ein freundliches Geschenk, und es soll bitte weder überinterpretiert noch politisiert, ideologisiert worden", zitiert die FAZ. Die Stadt Trier bestritt in demselben Artikel, dass sie China um das Geschenk gebeten habe. Der frühere Oberbürgermeister Klaus Jensen sagte laut FAZ, die Idee für die Statue sei vom Chinesischen Generalkonsulat in Frankfurt an die Stadt herangetragen worden. "Es ist offensichtlich, dass hier eine Seite die Unwahrheit verbreitet", erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Schneider. Er fordert nun Aufklärung von der Stadt. Falls die Darstellung der chinesischen Diplomaten stimme, müsste die Abstimmung im Stadtrat wiederholt werden.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte - Sektion Deutschland - hat den Stadtrat für die Annahme der Karl-Marx-Statue als Geschenk der Volksrepublik China kritisiert. "Das Sprichwort sagt: ,Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.' In diesem Fall hätte Trier eine Ausnahme machen sollen!" Als Begründung nennt der Vorsitzende Edgar Lamm unter anderem die Inhaftierungen von Dissidenten, Menschenrechts-Anwälten, Journalisten und Bloggern in China.

Stadt Trier nimmt Marx-Statue aus China an - Größe, Standort und Kosten werden noch diskutiert