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Neues aus Triers Gastro-Szene: Guiseppe Filippelli übernimmt Pizzeria Franco

Betreiberwechsel in zwei Betrieben : Neues aus der Trierer Gastro-Szene: Tradition mit Zukunft

In zwei alteingesessenen Betrieben in der Trierer Altstadt wechseln die Betreiber. In der Pizzeria Da Franco und im Café Razen kommen die Neuen aus eigenen Reihen.

Pizzerien kommen und gehen. Eine aber hat bisher alle Stürme der Zeit überstanden: Da Franco, eröffnet 1975 in der Johannisstraße und in die Palaststraße umgesiedelt, ist eines der dienstältesten Italo-Restaurants Triers. Und auch wenn es zuletzt eher nicht danach aussah, geht es weiter mit der Tradition. „2025 werden wir 50-Jähriges feiern“, ist Guiseppe Filippelli ganz sicher. Der 44-Jährige ist der neue Inhaber von Da Franco – und dennoch ein „alter Hase“ im Betrieb. Schon seit 1989 ist er dabei, war zuletzt Chefkoch. Dann starb 2016 der Gründer und Namensgeber Franco  Mascitti, seine Witwe Anna ging vor ein paar Monaten in den Ruhestand. Filippelli und seine Frau Manuela (42), beide aus Kalabrien (Süditalien) stammend, mussten nicht lange überlegen: „Wir übernehmen.“ Denn: „Ich kenne mich gut aus“, sagt Filippelli.

Während manche andere Gastronomen auf Expansion aus sind, streben die Filippellis kein zweites Standbein an. „Wir wollen eine Sache ganz richtig machen und uns nicht verzetteln.“ Das Team kennt ihn. Die eingespielte Truppe ist zusammengeblieben, und die Chefgattin Manuela Filippelli, vorher als Rezeptionistin im Kolpinghaus Warsberger Hof tätig, ist als Verstärkung dazugekommen und arbeitet im Service mit. Kontinuität pur also – plus eine Neuerung: Die Mittagspause am Samstag fällt nun aus. Zur Freude nicht nur vieler Stammgäste ist Da Franco (gut 100 Plätze plus 40 weitere auf der Terrasse) dann durchgehend geöffnet.

Eine wahrhaft naheliegende Lösung garantiert auch das Fortbestehen der Café-Konditorei Razen in der Sichelstraße. Den 1953 von Kaspar Razen gegründeten Betrieb haben Sohn Herbert Razen (62) und seine Frau Helga (66) Elisabeth Ambrosius anvertraut. „Weil wir sehr große Stücke auf sie halten und sie das Geschäft in unserem Sinne weiterbetreibt.“

Man kennt sich gut. Die 32-Jährige, selbst aus einem Familienbetrieb mit Traditionsbetrieb (Mühlenbäckerei Ambrosius Wittlich-Lüxem) stammend, hat ihre Lehre bei Razen absolviert. Nun ist sie Konditormeisterin mit kaufmännischer Zusatzqualifikation – und hat ihren neuen Arbeitsplatz „behutsam aufgepeppt“. Das Café-Razen-Flair ist geblieben, aber der Ladenthekenbereich präsentiert sich nach dem Motto „edel und ansprechend“ komplett neu gestaltet. Alles in allem 200 000 Euro hat die neue Inhaberin in den Betrieb investiert, der unter alter Flagge weitersegelt.

 Bewährtes Team, neuer Chef: Der frühere Chefkoch Giuseppe Filipelli (links, mit Frau Manuela) hat Da Franco, Triers dienstälteste Pizzeria, übernommen.
Bewährtes Team, neuer Chef: Der frühere Chefkoch Giuseppe Filipelli (links, mit Frau Manuela) hat Da Franco, Triers dienstälteste Pizzeria, übernommen. Foto: Roland Morgen

Zu alten Razen-Spezialitäten wie Törtchen („ausschließlich aus Mousse“) gesellt sich bald eine neue: aromafreundlich temperierte Eiscreme. Die neuen Eismaschinen sollen nach der Advents- und Weihnachtssaison ihre Produktion aufnehmen.

Herbert und Helga Razen, die den Betrieb seit 1984 geführt hatten, finden den Elan ihrer Nachfolgerin, die auch das zehnköpfige Team übernommen hat, „ganz toll“ und wollen – „falls nötig und gewünscht“ – gerne noch ein wenig mithelfen.

Elisabeth Ambrosius freut sich ihrerseits, sich in ihrem Lieblingsmetier verwirklichen und zeigen zu können: „Konditor ist kein aussterbender Beruf. Echte Qualität hat Zukunft.“