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Neues Gesicht an der Richterakademie

Neues Gesicht an der Richterakademie

Bei einem Festakt in der Tagungsstätte Trier ist der neue Direktor der Deutschen Richterakademie vorgestellt worden. Er wurde offiziell in seinem Amt begrüßt, und der ehemalige Direktor wurde verabschiedet.

Trier. Der neue Direktor an der Deutschen Richterakademie Trier heißt Stefan Tratz, ist 42 Jahre alt und kommt aus Bayern. 2003 wurde der promovierte Jurist zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Seit Herbst 2013 war Tratz als hauptamtlicher Ausbildungs- und Arbeitsgemeinschaftsleiter für Rechtsreferendare im Landgerichtsbezirk Würzburg tätig.
Alle drei bis vier Jahre gibt es einen Amtswechsel an der Spitze der Richterakademie. Der Grund dafür sei das bewährte Prinzip der Macht auf Zeit, um neue Ideen und Anstöße zuzulassen. Rainer Hornung, der ehemalige Direktor, war vier Jahre lang im Amt. Es abzugeben, fiel ihm sichtlich schwer, er habe sich äußerst wohl an der Richterakademie gefühlt. "Man wird am Ende sehr wehmütig. Eineinhalb Augen weinen und ein halbes lacht", lauteten seine Worte in seiner letzten Ansprache als Direktor.
Die Resonanz seiner Arbeit durch die Sprecher fiel durchweg gut aus. Gerhard Robbers, rheinland-pfälzischer Justizminister, nannte ihn den "großen Reformer". Die Ministerialdirektorin im Justizministerium Baden-Württemberg lobte ihn für den behindertengerechten Ausbau der Tagesstätte Wustrau und für Reformen im Fortbildungsablauf.
Hornung wird in Zukunft als stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft in Lörrach (Baden-Württemberg) tätig sein. Er versicherte den Gästen, als Tagungsteilnehmer an die Richterakademie zurückzukehren. Mit Tratz habe Hornung einen guten Nachfolger. "Wir haben bei einem gemeinsamen Abendessen bereits festgestellt, dass wir in vielerlei Hinsichten Seelenverwandte sind", sagte Hornung zufrieden. Auch Tratz bestätigt, dass es eine "tolle Übergabe" mit Hornung gegeben habe.
Stefan Tratz, der selbst schon an zehn Tagungen der Richterakademie teilgenommen hat, schätzt die Atmosphäre und das Miteinander dort sehr. Es sei eine gute Möglichkeit, um Kontakte mit Kollegen aus anderen Bundesländern zu knüpfen und sich mit ihnen über die jeweiligen Berufspraktiken auszutauschen. Zudem habe er das Gefühl, dass ihn die Inhalte der Fortbildungen im beruflichen Alltag weitergebracht haben.
Die Deutsche Richterakademie gliedert sich in zwei Tagungsstätten in Trier und Wustrau in Brandenburg auf. Den Standort Trier gibt es seit 42 Jahren. Hier finden Fortbildungen für Juristen statt. Der Direktor der Deutschen Richterakademie wird von den 17 Trägern (Bund und Bundesländer), die ein Vorschlagsrecht haben, ernannt. Gibt es mehrere Kandidaten, müssen sich die Justizministerien der beiden Sitzländer, Rheinland-Pfalz und Brandenburg, für einen der beiden entscheiden und diesen den anderen Trägern vorschlagen. fkr