Neues Gesicht für Rindertanzplatz

Trier-Mitte/Gartenfeld · Grillplätze im Palastgarten und eine attraktivere Innenstadt wünscht sich der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld. Deshalb hat er diese Posten im Ortsteilbudget 2012 berücksichtigt. Zudem will er sich an der Umgestaltung des Rindertanzplatzes beteiligen, um so dem Ort der Judendeportation während der Nazizeit größere Bedeutung zu verleihen.

Trier-Mitte/Gartenfeld. Die jüngste Debatte um die Anzahl der Trierer Ortsbeiräte hält Dominik Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen), Ortsvorsteher von Trier-Mitte/Gartenfeld, für eine Strategie der Stadt, bei klammen Kassen das Budget für die Ortsbeiräte weiter zu kappen. Bereits für dieses Jahr wurde es von insgesamt 511 000 auf 460 000 Euro gekürzt. Für 2012 stehen - laut Stadtverwaltung - dem Innenstadtbereich 35 943 Euro zur Verfügung. Da laut Heinrich keine Anträge von Vereinen oder Einrichtungen vorlagen, konnten die Ratsmitglieder bei der Sitzung im Frankenturm das Geld nach ihren eigenen Wünsche und Vorstellungen aufteilen.
Größter Einzelposten bildet die Ausweisung von Grillplätzen. Entweder im Palastgarten oder, wenn nicht dort, an der Mosel (10 000 Euro). Die Kommunalpolitiker signalisierten so, dass sie das Thema Grillplätze längst nicht ad acta gelegt haben, auch wenn die Verwaltung das - zumindest was den Palastgarten angeht - so sehen möchte, so die Vermutung des Ortsteilchefs. Weitere Ausgaben sieht der Rat bei Kinderspielplätzen (6500 Euro), dem Pflanzen von Bäumen (2000 Euro), weiteren Sitzgelegenheiten im Innenstadtbereich (5000 Euro), bei der Markierung von Fahrradwegen - insbesondere in der Lorenz-Kellner-Straße (1500 Euro) und der Förderung sozialer Einrichtungen sowie Kitas und Schulen (5943 Euro).
Erstmals in Angriff genommen werden soll die Umgestaltung des Rindertanzplatzes, wofür 4000 Euro in die Grundlagenermittlung fließen sollen. Zu unscheinbar fällt dem Ortsbeirat der geschichtsträchtige Ort aus, von dem aus während der Nazizeit Juden deportiert worden waren. Eingebunden werden in die Überlegungen solle auch die Inschrift am Haus Fetzenreich, eine Tafel, die kaum Aufmerksamkeit finde, so die einhellige Auffassung des Rates. Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani habe ihm signalisiert, mit einer stufenweisen Vorgehensweise (nach Grundlagenermittlung, Wettbewerb und schließlich Ausführung) einverstanden zu sein, sagte Heinrich.
Nur Sinnvolles werde mit dem Geld des Ortsbeirats gefördert, sagte Heinrich mit Blick auf Bestrebungen der Stadt, den Etat zu kürzen: "Das Geld, was wir nicht haben, fehlt unter anderem den Kindergärten und Schulen." Positiv aufgenommen wurde die Information des Ortsteilchefs, dass die Verwaltung noch in diesem Jahr 65 Fahrradbügel im Innenstadtbereich installieren werde - finanziert vom Ortsbeirat.
Wallfahrtsleiter Georg Bätzing und Geschäftsführer Wolfgang Meyer berichteten über die Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 und den Stand der Vorbereitungen. Für die unmittelbar betroffenen Bürger der Innenstadt gebe es im Januar 2012 eine spezielle Info-Veranstaltung, erläuterte Meyer.