Neues Grün am Stadion

Viele Jahre intensive Nutzung, vor allem durch Fußball- und Hockey-Spieler, haben dem Kunstrasen am Trierer Moselstadion so zugesetzt, dass er erneuert werden musste. Baudezernent Andreas Ludwig hat das Areal offiziell übergeben - und will sich jetzt vor allem um die maroden Sporthallen der Stadt kümmern.

Trier. Der wichtigste Platz Triers ist nicht der Hauptmarkt oder der Viehmarktplatz - sondern der Kunstrasen am Moselstadion, zumindest aus sportlicher Pers pektive. Mit rund 2500 Stunden pro Jahr ist er der meistgenutzte Sportplatz in der Stadt. Darum sei es auch "kein absoluter Luxus" gewesen, dass er nach 13 Jahren generalüberholt wurde, findet Roman Gottschalk, Vorstandsmitglied von Eintracht Trier. Er ist einer der zahlreichen Gäste bei der Einweihung des Platzes durch Baudezernent Andreas Ludwig. Für den wiederum ist der Sport eine Art Kitt, "der die Stadt und uns alle zusammenschweißt".
Tatsächlich wird das Moselstadion von rund 110 Vereinen regelmäßig aufgesucht - darunter vom Postsportverein, dessen gemischte Hockey-Jugend den Gästen nach dem "Bla-Bla" (Ludwig) praktisch vorführt, wie gut es sich auf dem Platz spielen lässt. Und obwohl Einweihungen ohnehin schon die Lieblingstermine des Baudezernenten sind, heben positive Rahmendaten die Laune noch weiter an. Ludwig erklärt, die beauftragte Firma habe den neuen Rasen nicht nur in zügigen 18 Tagen aufgebracht. Die Kosten hätten auch noch 50 000 Euro unter den 300 000 Euro gelegen, die der Stadtrat vor rund einem Jahr bereitgestellt hatte. 80 000 Euro schießt das Land pauschal für Sanierungen zu, solange eine Nutzung von 1800 Stunden pro Jahr nachgewiesen werden kann.
Offen fast rund um die Uhr


Auch Christoph Güntzer freute sich als Vorsitzender des Stadtsportverbands über den neuen Platz - und darüber, dass der Entwurf des Flächennutzungsplans 2030 keine Verlegung des 1930 begründeten Stadions mehr vorsieht: "Es gehört einfach zur Stadt. Wir können froh sein, so eine Anlage zu haben, die fast rund um die Uhr geöffnet ist!"
Noch riecht der neue Rasen ein wenig chemisch - das verfliege aber ganz schnell, versichert Michael Romberg vom städtischen Tiefbauamt: "Das kommt vom Gummigranulat, das zwischen den Halmen für weitere Dämpfung sorgt." Ebenso wie die zwei Zentimeter Quarzsand, aus denen die rund vier Zentimeter langen Halme herausragen.
Die sind zwar künstlich, brauchen aber doch manchmal etwas Feuchtigkeit, sagt Michael Maxheim, Vizepräsident des Sportbundes Rheinland: "Das ist ein verbreitetes Missverständnis, dass man auf so einem Platz nichts machen muss. Aber im Sommer muss man den beispielsweise wässern. Sonst wird der nicht nur unerträglich heiß, sondern man kann sich daran auch verletzen."
Als Sportkreisvorsitzender sieht Felix Jäger die Stadt mittlerweile gut aufgestellt: "Mit fünf Plätzen ist man hier fast schon überversorgt - da sieht es auf dem Land eher nicht so gut aus."
In Sachen Außensportanlagen ist Trier also gut aufgestellt, als nächstes erhält Zewen noch einen Kunstrasenplatz. Doch bei den Hallen liegt noch einiges im Argen. "Wir nehmen die Hürden aber", versichert Baudezernent Ludwig. "Dieses Jahr wollen wir die Hallen der Medardschule und von HGT und FWG wieder nutzbar machen. Bei der Mäusheckerweghalle müssen wir jetzt die Bürokratie und die Planungen auf den Weg bringen, dass wir die Baumaßnahme 2017 beginnen können und 2018 fertig werden."
Für die Sanierung der Bezirkssportanlagen Feyen und West seien Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm beantragt worden, über die aber noch nicht entschieden sei.