Neues Hauptquartier auf Kasernengelände?

Neues Hauptquartier auf Kasernengelände?

TRIER. Die Tage der Polizei im alten Präsidium sind gezählt. "Wir gehen definitiv nicht zurück in die Südallee", erklärt Polizeipräsident Manfred Bitter. Er sieht das künftige Präsidium auf einem Konversions-Grundstück und hat klare Zeitvorstellungen: "Mitte 2009" soll das neue Domizil stehen. Vorläufig arbeiten noch rund 20 Beamte auf freiwilliger Basis weiter in dem mit Schadstoffen belasteten Hochhaus.

Als nach rund dreijähriger Bauzeit im Frühjahr 1973 Triers Polizei in ihr schickes neues Domizil an der Südallee zog, ahnte niemand, dass der moderne Bau gerade einmal drei Jahrzehnte später zur ungeliebten Altlast mutieren würde. Eine umfassende Sanierung brachte nicht den gewünschten Erfolg. Das Hochhaus gilt weiterhin als stark mit Schadstoffen belastet. Wo einst bis zu 300 Beamte ihren Arbeitsplatz hatten, halten noch rund 20 Leute die Stellung - "freiwillig und auf Zeit", wie Präsident Manfred Bitter (54) betont, "auch für diese Kollegen suchen wir Ausweich-Lösungen." Und auch das nur auf Zeit, denn bis Ende des Jahrzehnts will Bitter den Standortwirrwar beendet und den Großteil der Kolleginnen und Kollegen wieder unter einem Dach vereinigt sehen. Ein halbes Dutzend Dienststellen unterhält die Polizei in Trier. Eine unfreiwillige Flächenpräsenz, die in erster Linie auf die Belastung des alten Hauptquartiers zurückgeht. Einen neuen Standort zu finden, erweist sich in der Praxis schwieriger als die Theorie vermuten lässt. Seit Monaten sucht eine Arbeitsgruppe nach einer zukunftsfähigen und praktikablen Lösung, die sowohl baufachlichen wie finanziellen und polizeitaktischen Anforderungen gerecht werden soll. Mit der Polizei im Gespräch und im Boot: der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) und die Stadt Trier. "Wir befinden uns derzeit in einem Varianten-Vergleich", skizziert Bitter den aktuellen Stand. Spruchreifes gebe es noch nicht; dafür aber einige Standorte, "die garantiert nicht in Betracht kommen". Mit Triers Baudezernent Peter Dietze ist sich der Polizeipräsident einig, dass weder das Ex- Herz-Jesu-Krankenhaus in der Friedrich-Wilhelm-Straße (Wohngebiet, das keinen quartiersfremden Verkehr verträgt) noch das Klostergebäude in Olewig (problematische Verkehrsanbindung und zu klein) das künftige Polizei-Hauptquartier beherbergen werden. Gute Chancen im Varianten-Vergleich haben hingegen ehemalige Kasernengelände. "Ich habe eine große Sympathie für Konversions-Liegenschaften", lässt Bitter durchblicken. Bis Ende März soll die Arbeitsgruppe einen Standort vorschlagen. Die Entscheidung liegt anschließend beim Innenministerium und der LBB-Zentrale in Mainz. Der weitere Ablauf gestaltet sich nach Einschätzung Bitters so: "Ich rechne mit einem Jahr Planungszeit. Baubeginn könnte dann Mitte 2007 sein und der Einzug Mitte 2009." Und zwar in einen "soliden, funktionsfähigen Komplex, der modernen Anforderungen entspricht" - und das möglichst viel länger als 30 Jahre.Salvianstraße bleibt weiter Dienststelle

Welche ihrer Außendienststellen die Trierer Polizei aufgeben wird, stehe noch nicht fest. Eine Bestandsgarantie gibt Bitter aber für die erst vor einigen Jahren mit Millionenaufwand hergerichteten City-Standort Salvianstraße: "Dort wird auch weiterhin Polizei sein." Was mit dem einstigen Präsidium geschehen soll, steht, abgesehen von der Mainzer Entscheidung, es werde keine weitere Sanierung geben, in den Sternen. "Diese Entscheidung hat im Gegensatz zur Klärung der Standortfrage derzeit auch nicht höchste Priorität", sagt LBB-Chef Hubert Heimann. Mainz werde sich "in absehbarer Zeit mit der Vermarktung auseinander setzen. Wir wollen versuchen, das alte Präsidium zu verkaufen, wissen aber, dass das wegen seiner Vorprägung nicht ganz einfach wird."