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Neues Netzwerk für die Branche der Computer- und Konsolenspiele

Neues Netzwerk für die Branche der Computer- und Konsolenspiele

Wer eine gute Idee für ein Computerspiel hat, braucht Partner, die ihn bei der Umsetzung unterstützen. Damit alle Beteiligten besser zueinander finden, setzt die Hochschule Trier auf die Initiative "GameUp! Rheinland-Pfalz".

Trier. Mühsam schiebt sich der alte Mann mit seinem Rollstuhl durch den kargen Flur des Krankenhauses. Gerade hat er erfahren, dass er bald sterben wird. Er durchlebt schmerzhafte Phasen von Verleugnung über Zorn bis hin zur Depression - bevor er seinen Tod zu akzeptieren lernt. Wer ihn begleitet, lernt Stück für Stück das Leben kennen, das er einmal geführt hat.
Die Szene stammt aus dem vielfach ausgezeichneten Computerspiel "In Between", das Trierer Studierende entwickelt haben (der TV berichtete). Weil jedoch lange nicht jede gute Idee zu solchem Erfolg führt, hat die Hochschule Trier das Netzwerk "GameUp! Rheinland-Pfalz" ins Leben gerufen, das Designer, Programmierer, Geldgeber und Vermarkter aus der Branche im Bundesland zusammenführen soll.
"Wir werden dafür eine eigene Stelle einrichten, mit dem Gründerbüro kooperieren und Veranstaltungen zum Kennenlernen organisieren", sagte Linda Breitlauch, Dozentin für Game Design an der Hochschule Trier.
Das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz fördert die Initiative zunächst mit 160 000 Euro. Denn, so Wirtschaftsministerin Eveline Lemke bei der Auftaktveranstaltung, die Kreativwirtschaft sorge für Wohlstand. Und die Games- und Software-Branche des Landes mache immerhin 21 Prozent des Umsatzes in der Kreativbranche aus.
Fabian Fuchs ist einer von 160 Studierenden, die trotz Semesterferien gekommen sind und Firmen wie etwa Kalypso Media aus Worms kennenlernen. "Andere Bundesländer wie Hamburg, Berlin oder Bayern haben bereits solche Netzwerke für Games-Entwickler. Es war dringend nötig, dass sich hier die Branche genauso vernetzt", sagte er dem TV. Fuchs studiert Digitale Medien und Spiele in Trier und lernt dort, ebensolche zu programmieren.
In einem zweiten Studiengang namens Intermedia Design bietet die Hochschule Kurse zur Konzeption und zur künstlerischen Gestaltung von Spielen an. bel
Extra

Computerspiele (Games) gewinnen neben Büchern, Musik und Filmen eine zunehmende wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Bei der Entwicklung eines Spiels sind Game-Designer für das künstlerische Konzept zuständig, Programmierer für die technische Umsetzung und Publisher, analog zum Verlag auf dem Buchmarkt, für die Herstellung und den Vertrieb des fertigen Produkts. Diese Bereiche der Gamesentwicklung will die Initiative "GameUp! Rheinland-Pfalz" nun besser vernetzen. bel