Neues Präsidium vor 2013?

Der Neubau des Polizeipräsidiums Trier auf dem Post-Gelände im Bahnhofsviertel nimmt konkrete Züge an. Der Landesbaubetrieb LBB bereitet derzeit mit der Stadt den Architekturwettbewerb vor.

Trier. Auch wenn Denkmalschützer erneut aufstöhnen werden: Für Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) stellt sich die Standortfrage nicht: "Das neue Polizeipräsidium wird auf dem Post-Gelände gebaut. Zu diesem Zweck haben wir das Grundstück gekauft. Etwas anderes kommt nicht in Frage." Tatsächlich laufen alle Vorbereitungen darauf hinaus, den Neubau gegenüber von St. Maximin und damit auf höchst geschichtsträchtigem Gelände zu errichten. Einen "Plan B" hat Mainz nicht.

Bruch betont im Gespräch mit dem TV, das Innenministerium habe seine Hausaufgaben erledigt: "Wir haben unser Raumprogramm an das Finanzministerium, das ja federführend bei dem Projekt ist, gemeldet. Der Landesrechnungshof prüft das Ganze jetzt." Details will der Minister nicht nennen. Er lässt aber durchblicken, dass die früher einmal ins Auge gefasste Maximalvariante "Präsidium plus zweite Polizeiinspektion auf dem Postgelände" kein Thema mehr ist.

Rathaus bestimmt Kriterien für städtebaulichen Teil

 Innenminister Karl Peter Bruch. TV-Foto: Roland Morgen
Innenminister Karl Peter Bruch. TV-Foto: Roland Morgen



Bruch: "Grundsätzlich bin ich für eine zusätzliche Inspektion in Trier, aber die Standortfrage ist noch völlig offen."

Das neue Präsidium soll demnach - mit Ausnahme des neuen Beratungszentrums in der Palaststraße - die derzeit auf acht Gebäude im Stadtgebiet verteilten Polizeidienststellen (mit rund 400 Arbeitsplätzen) unter einem Dach vereinen.

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) bereitet derzeit den Architekturwettbewerb vor. "Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Trierer Rathaus", erläutert LBB-Pressesprecher Markus Ramp; "Die Stadt hat die Kriterien für den städtebaulichen Teil festgelegt. Auf dieser Basis arbeiten wir jetzt an den hochbaulichen Anforderungen." Die Ausschreibung des zweistufigen offenen Wettbewerbs erfolge "sobald als möglich". Einen konkreteren Termin nennt Ramp nicht.

Dafür macht Bruch eine neue Zeitrechnung auf. Stand bisher außer Frage, dass angesichts der ganzen Planungs- und Realisierungsphasen das Polizeipräsidium erst in fünf Jahren fertig sein kann, so zeigt sich der Innenminister nun "guter Dinge, dass wir vor 2013 zu Potte kommen werden", sprich: einziehen können. Bruch will sich nicht dazu äußern, ob er in Erwägung zieht, das neue Präsidium möglicherweise mit einem privaten Projektentwickler zu bauen, was eine deutliche Zeit-Ersparnis mit sich bringen könnte. Fakt ist: Eine Bindung staatlicher Bauprojekte ("Kontraktionszwang") an die Landesbaubehörde LBB besteht nicht mehr.