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Neues Stück des Katz-Theaters: Irrungen und Wirrungen vor der Hochzeit

Theater : Neues Stück des Katz-Theaters – Irrungen und Wirrungen vor der Hochzeit

Das Katz-Theater bringt in einer deutschen Premiere die Komödie „Der Kitzel der sexuellen Genügsamkeit“ des Briten Adey Ramsel auf die Bühne des kleinen Saals der Tufa.

Wer nach dem Titel des Stückes erwarten sollte, dass es hier überwiegend um vordergründig Sexuelles geht, der wird eher enttäuscht. Handlungsauslösend ist die eigentlich dramatische Situation, dass Danny und Lucy eine Woche vor ihrer geplanten Hochzeit feststellen, dass sie nicht für ein langes gemeinsames Leben geschaffen sind. Eine schwerwiegende Erkenntnis, spät, aber nicht zu spät erlangt. Wie kann man sich aus einer solch verfahrenen Situation retten? Die beiden suchen nach einem Grund, die Hochzeit ohne Gesichtsverlust wieder abzusagen.

Ihr Plan: Danny, ein spießiger Bibliothekar, soll Lucys ältere Schwester Lizzie verführen, eine Frau mit ziemlich lockerem Lebenswandel. Lucy soll dann diesen Seitensprung entdecken und aus verständlicher Wut und Enttäuschung die Hochzeit abblasen. Aber dann stellt sich heraus, dass der unbeholfene Danny auf Lizzie und andere Frauen plötzlich erotisch anziehend, ja unwiderstehlich wirkt. Dies bleibt Lucy nicht verborgen, und sie bereut es, sich so schnell von Danny losgesagt zu haben, da er doch attraktiver zu sein scheint, als sie immer angenommen hat. Und als die übrigen Familienmitglieder in Vorbereitung der Hochzeit eintreffen und sich einmischen, spitzen sich die Ereignisse zu.

Julia Genter, die das Stück inszeniert, will hinter dem oberflächlich Komödienhaften auch die dunkleren Seiten menschlicher Verhaltensweisen aufzeigen. Da zeigt Dannys Vater seine unkontrolliert lüsternen Züge, Lucys beste Freundin setzt wirklich alle Mittel ein, um Danny zu erobern, Lucys Aufmerksamkeit heischende Mutter verspritzt verbal Gift, bislang verborgene Familiengeheimnisse werden aufgedeckt.

Sie möchte „das unterschwellig Düstere und die inneren Verletzungen“ von Menschen in diesem Stück herausstellen, sagt Genter, die insbesondere bei Konflikten zutage treten. In dem vordergründigen Trubel von Ereignissen und Verhaltensweisen solle auch darüber reflektiert werden, was im Leben wirklich wichtig sei. Trotz vieler lauter und unterhaltsamer Szenen transportiere das Stück Ernst und Nachdenklichkeit und zeige das Karikaturhafte, Selbstbezogene von Menschen in Szenen von schwarzem Humor. „Diese Mischung hat mich bei meinem Regiedebüt besonders gereizt“, sagt die Regisseurin. Genter hat seit 2016 Schauspielerfahrung in Produktionen der freien Trierer Theaterszene wie in „Die Herren der Fliege“, „Die Vagina Monologe“ und „Die Physiker“ gesammelt. Im Laufe der Zeit sei der Wunsch stärker geworden, einmal die Seiten zu wechseln und die Herausforderung anzunehmen, als Regisseurin zu arbeiten. Sie sei „streng“, sagt sie, aber trotz aller Ernsthaftigkeit stehe der Spaß bei der Arbeit an dem Stück im Vordergrund. Das solle auch der Zuschauer spüren.

Die Einnahmen der Aufführung vom 14. April gehen an die Stefan-Morsch-Stiftung, die sich um Leukämie- und Tumorkranke kümmert.