Neues Verkehrskonzept für Trier-Ost

Neues Verkehrskonzept für Trier-Ost

Ein erster Entwurf, wie im Bezirk Gartenfeld in Trier-Ost der Straßenverkehr neu geordnet werden könnte, soll bis Ende des Jahres vorliegen. Das hat Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani im TV-Gespräch erklärt.

Trier. Jeden Morgen und jeden Abend drängeln sich durch das Gartenfeldviertel in Triers Osten die Autos. Schließlich ist das Quartier eines der letzten in Citynähe, in denen keine Anwohnerparkzonen ausgewiesen sind und es auch keine Parkuhren oder -automaten gibt. Das Gartenfeld ist daher bevorzugte Parkzone für Leute, die in der Innenstadt arbeiten und kostenlos ihr Auto abstellen wollen.
Seit Jahren fordert der Ortsbeirat, dass der Parksuchverkehr in dem Wohnviertel und auch der Durchgangsverkehr vom Petrisberg in die City eingeschränkt werden müssen. Die Stadtteilpolitiker könnten sich dazu etwa vorstellen, die Einfahrt in die Sickingenstraße von der Bergstraße her zu verbieten. Die enge Schützenstraße könnte zur Anliegerstraße werden. Und auch ein Einbahnstraßensystem - ähnlich wie in Trier-Süd - mit wechselnden seitlichen Parkstreifen wäre für den Ortsbeirat zur Verkehrsberuhigung des Viertels denkbar.
Die regelmäßige Antwort aus dem Bauamt auf diese Ansinnen: Für solche Änderungen ist ein Gesamtkonzept nötig - für dessen Planung allerdings kein Geld da ist und zu wenig Personal. In diesem Jahr soll sich die Sache ändern: Im städtischen Haushalt 2013 sind für die Entwicklung eines Verkehrskonzepts fürs Gartenfeld 40 000 Euro eingeplant. Zurzeit prüft die Finanzaufsichtsbehörde des Landes noch den Trierer Etat. Sobald die Behörde den Haushalt genehmigt hat, soll laut Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani ein Expertenbüro mit dem Verkehrsgutachten beauftragt werden.
Klären soll dieses nicht nur die Frage, wo im Gartenfeld Anwohnerparkzonen ausgewiesen werden können. Auch bestehende Vorfahrtsregelungen und die Einrichtung möglicher Einbahnstraßen sollen geprüft werden. Möglich ist auch eine Änderung der Stadtbusroute durch den Stadtteil. Abhängig vom Gesamtkonzept ist zudem, ob die marode Bahnbrücke in der Hermesstraße bei Neubau oder Sanierung eventuell als reine Fußgängerbrücke errichtet wird oder weiter allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung steht.
Einfach wird die Einrichtung der von Anliegern seit Langem geforderten Anwohnerstellplätze wohl nicht. Laut Gesetz müssen für die Ausweisung solcher Parkstreifen Straßen bestimmte Mindestbreiten haben - die es im Gartenfeld allerdings nicht überall gibt.
Sobald der erste Konzeptentwurf des Expertenbüros vorliegt - voraussichtlich Ende des Jahres - sollen mögliche Lösungen und Änderungen der Verkehrsverhältnisse mit den Bürgern diskutiert werden. Wann das Konzept letztlich in die Realität umgesetzt wird, ist offen.

Mehr von Volksfreund