Neujahrsempfang des Studierendenwerks: Beim 13,8-Millionen-Euro-Projekt Wohnanlage Martinskloster ist Geduld gefragt

Stuidium : Drei Abschiede und eine Hängepartie

Neujahrsempfang des Studierendenwerks: Beim 13,8-Millionen-Euro-Projekt Wohnanlage Martinskloster ist Geduld gefragt.

So viel Beifall gab es selten bei einem Neujahrsempfang des Studierendenwerks wie am Freitag in der Mensa der Hochschule Schneidershof. Die ersten Applaus-Runden gingen an die Mitglieder eines Trios, das Geschäftsführer Andreas Wagner vor rund 70 geladenen Gästen feierlich verabschiedete. Allen voran die eigens aus Wien angereiste Andrea Möller. Die Bio-Professorin der Uni Trier hatte, bis sie im vergangenen Sommer einem Ruf in die österreichische Hauptstadt folgte, dem Verwaltungsrat des Studiwerks vorgestanden. Zweiter im Bunde: Hochschulprofessor Andreas Künkler, den der Verwaltungsrat für die letzten sechs Monate der Amtsperiode (die mit dem Jahr 2018 endete) zum Vorsitzenden wählte. Und der dritte Verabschiedete verkörpert gleichsam das Ende einer Ära: Manfred Billen stand 32 Jahre lang in Diensten des Studiwerks, die letzten fünf als Vize-Geschäftsführer. Nun ist der 65-jährige Hetzerather in Ruhestand gegangen.

Applaus gab es auch für jemandem, der gar nicht anwesend war: Dem Einsatz des Trierer SPD-Landtagsabgeordneten Sven Teuber sei es maßgeblich zu verdanken, dass Mainz den rheinland-pfälzischen Studierendenwerken einen Zuschuss von 700 000 Euro für Investitionen gewährt – rund 120 000 davon fließen nach Trier. „Geld, das wir sehr gut gebrauchen können“, betonte Künkler, der in Ermangelung eines Nachfolgers noch den Rückblick auf 2018 hielt. Grund: Der neue Verwaltungsrat ist noch nicht komplett besetzt ist, und damit steht auch die Entscheidung  über den Mann oder die Frau an der Spitze des ehrenamtlichen Gremiums noch aus.

Wie sehr das Studiwerk Zuschüsse braucht, lässt sich an der Entwicklung der Studierendenzahlen ablesen. Vermeldeten Uni und Hochschule 2013 noch insgesamt 20 190 Eingeschriebene, so sind es im laufenden Wintersemester nur noch 17 582. Auf die sinkenden Einnahmen reagiert das Studiwerk mit Einsparungen – unter anderem an Personal. „Wir stellen entsprechend weniger Saisonkräfte ein“, so Geschäftsführer Wagner.

Finanziell gesichert ist das größte Projekt in der Studiwerk-Geschichte. 13,8 Millionen Euro soll es kosten, die Wohnanlage Martinskloster (Nähe Kaiser-Wilhelm-Brücke) heutigen Gegebenheiten anzupassen. Dazu wird der neuere Teil des Komplexes, der 1971 errichtete Plattenbau, durch einen innovativen Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise ersetzt. Doch für dieses zehn Millionen Euro schwere Teilvorhaben gibt es nach der vom Kreditgeber geforderten europaweiten Neuausschreibung noch keinen konkreten Zeitplan. Gewinner des Verfahrens ist das Kaseler Architekturbüro Stein, Hemmes und Wirtz, vom dem auch die erste Planung stammt. Nun laufen die Detailabstimmungen unter anderem mit der Stadt. Ein Ergebnis: Die anfallenden 15 000 Kubikmeter Abraum sollen über die Ausoniusstraße und nicht über das ohnehin hochfrequentierte Martinsufer abgefahren werden.

Ebenfalls klar: Wenn schon abgerissen und gebaut wird, dann lassen sich Synergieeffekte nutzen. Laut Wagner erfährt der denkmalgeschützte Altbau von 1626 parallel eine Rundum-Sanierung. Kosten: 3,8 Millionen Euro. Die letzten Mietverträge im Martinskloster laufen mit Ende des Wintersemesters aus. Abriss und Sanierung dürften aber dieses Jahr kein Thema mehr sein.

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