Neun Wehren brauchen neue Fahrzeuge

Neun Wehren brauchen neue Fahrzeuge

Jahrzehntelang haben sie ihren Dienst getan. Nun ist es für einige Feuerwehrfahrzeuge in der Verbandsgemeinde Trier-Land an der Zeit, dass sie ausgetauscht werden. Der VG-Rat spricht in seiner heutigen Sitzung über Neuanschaffungen sowie Umbauten an einem Gerätehaus.

Welschbillig/Ralingen/Igel. Allein die Abkürzungen erwecken den Eindruck, dass es im Feuerwehrwesen um eine Geheimwissenschaft geht. In den Vorlagen für den Verbandsgemeinderat Trier-Land am heutigen Mittwoch ist beispielsweise von KLF, TSF oder HLF die Rede, die angeschafft oder ersetzt werden müssen. Doch man muss keinen Truppmannlehrgang absolviert haben. Es handelt sich einfach um Fahrzeuge, die entsprechend einer landesweiten Vorgabe in den einzelnen Dörfern stationiert sein müssen (siehe Extra).

Die Anhänger haben ausgedient


Es ist nicht auf Ewigkeit in Stein gemeißelt, welche Geräte wo für den Fall der Fälle vorgehalten werden müssen. Klarheit über die notwendige Ausrüstung sollte eine neue Feuerwehrordnung bringen. Doch die gibt es laut Sitzungsvorlage für den VG-Rat nicht bereits Ende dieses Jahres, sondern wohl nicht vor 2016. So lange können einige Entscheidungen jedoch nicht warten. Diese betreffen den Brandschutz in Welschbillig, in Igel und in Ralingen.
Sowohl beim Feuerwehrgerätehaus Welschbillig als auch bei einzelnen Wehren besteht Handlungsbedarf. Das Feuerwehrgerätehaus soll erweitert und die Parkplatzsituation verbessert werden. Geht es nach der Empfehlung des Feuerwehrausschusses Trier-Land wird ein neues Löschgruppenfahrzeug angeschafft, das zusätzlich über eine Ausrüstung für den technischen Hilfeeinsatz verfügt. Deshalb lautet die offizielle Abkürzung für dieses Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 10 HLF 10.
Die Wehren Ittel und Hofweiler haben derzeit noch Tragkraftspritzenanhänger (TSA), die von Traktoren zum Einsatzort gezogen werden. In Möhn steht zudem ein wahrer Feuerwehr-Oldtimer, der zur Klasse der Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) gehört und auch ersetzt werden soll. Der Vorschlag des Ausschusses lautet, drei gebrauchte Mehrzwecktransportfahrzeuge (MZF 1) anzuschaffen, die jeweils nicht mehr als 20 000 Euro kosten dürfen. Solch ein Fahrzeug gibt es beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr Sirzenich.
Auch an der Sauer gibt es Materialbedarf. Das TSF der Feuerwehr Edingen stammt aus dem Jahr 1978, das in Ralingen aus dem Jahr 1984. Die Godendorfer sind noch mit einem Anhänger unterwegs. Dort soll ein Mehrzwecktransportfahrzeug angeschafft werden. Für Ralingen und Edingen sollen von der Verbandsgemeinde jeweils Kleinlöschfahrzeuge (KLF) angeschafft werden. Diese kosten pro Stück rund 65 000 Euro.
Nicht nur beim Feuerwehrboot soll in Igel eine andere als die zwischenzeitlich geplante Variante gewählt werden. Nach der alten Feuerwehrverordnung müsste laut Vorlage für den VG-Rat in der Moselgemeinde ein HLF mit einer Seilwinde das aktuelle Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) ersetzen. Nun soll ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) ohne zusätzliche Beladung für Hilfseinsätze gekauft werden. Wehren aus Trier und Langsur sollen alarmiert werden, wenn technische Hilfe gefragt ist. Für das TSF in Liersberg soll ein MZF 1 (Höchstpreis 20 000 Euro) gekauft werden.
Extra

Fahrzeuge: Verbandsgemeinden sind in Rheinland-Pfalz zuständig für den Brandschutz. Jede Gemeinde wird gemäß der Feuerwehrverordnung in sogenannte Risikoklassen eingeteilt. Entsprechend dieser Einteilung müssen Fahrzeuge vorgehalten werden. Der Ausrückebereich Ralingen ist in die Klasse B 1 eingestuft. Diese zeichnet sich unter anderem durch Gebäude mit Rettungshöhen bis acht Meter, landwirtschaftliche Anwesen einschließlich Aussiedlerhöfe und Campingplätze aus. Igel gehört zur Klasse B 2. Diese gilt für Ausrückebereichen, in denen es Gebäude mit Rettungshöhen bis zwölf Meter, Beherbergungsbetriebe mit mehr als zwölf Betten oder ausgedehnte Wälder gibt. har

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