Nicholas Müller schlägt Herzensbrücken (Fotos)

Nicholas Müller schlägt Herzensbrücken (Fotos)

Die neue Band des ehemaligen Sängers von Jupiter Jones begeistert beim ersten Musik- und Kulturfestival "Überall und Hier" vor den Kaiserthermen Trier.

Trier Auf der großen Wiese vor den Kaiserthermen ist am Samstagnachmittag noch nicht viel los. Hier soll am Abend die neu gegründete Formation "von Brücken" mit Nicholas Müller, ehemals Leadsänger der bundesweit erfolgreichen Band "Jupiter Jones", auftreten. Tobias Schmitz wird am Piano sitzen. Auf dem Platz wurden zahlreiche Strandliegen und große Decken verteilt, es soll gemütlich werden.
Dann geht es los. Die Vorband "Bender & Schilling" macht sympathische Akustikmusik, bekommt am Ende sogar Zugaberufe. Ein guter Start. Es sei "total schön", schwärmt Romy (30) aus Köln. "Hier ist es so friedlich. Die Bands sind super, und alles ist total relaxed hier." Anne (30) aus Trier kennt den Bandleader persönlich. "Nicholas hat eine tolle, unverwechselbare Stimme. Die Lieder haben ganz viel Tiefgang."
Vorfreude auf den Hauptakt des Abends spürt auch Vanessa (25) aus Mainz. Nicht unmittelbar gefragt, antwortet sie stellvertretend für die etwas schüchterne Interviewpartnerin auf die Frage, warum sie die Band "von Brücken" anschauen möchte. "Weil die Band super ist!?"
Tatsächlich beginnt der in Prüm in der Eifel geborene Nicholas Müller das Konzert auf unverwechselbare, sehr persönliche Art und Weise. "Das ist Tobias Schmitz, einer der besten Menschen der Welt", stellt er seinen Bandkollegen vor, worauf dieser entgegnet: "Das ist Nicholas Müller, und er gehört ebenfalls diesem Club an." Um sich einmal mit seinem 350-köpfigen Publikum bekanntzumachen, bittet Nicholas Müller, die Scheinwerfer einmal nach außen auf die Zuschauer zu richten. Zwei Sekunden später: "Danke, das reicht aber schon."
Dieser ironische, liebevolle und vollkommen ehrliche Ton zieht sich von diesem Zeitpunkt an durch den gesamten Abend. In seinen Liedern geht es um die Rastlosen, die ihr Gold gegen Blei tauschen und davon überrollt werden, um die wütenden Bürger, die Verschwörungsgestörten, larmoyanten Adjutanten, die ein Zuhause aus Schutt bauen. Mit seiner Musik spricht Müller keine bestimmte Altersgruppe an. Die 20-jährige Studentin ist genauso gemeint wie ihr 70-jähriger Großvater. Der Zuschauer, im Bad der Gefühle, wird erst zu Tränen gerührt. Kurz darauf lacht er Tränen. All dies im Wechsel, zwei Stunden lang.
Zwischen den Liedern kommen immer wieder Rufe aus dem Publikum. Zwei Fans wünschen sich "Bed of Roses" von Bon Jovi, das auch prompt gespielt wird. Im Laufe des Konzertes begrüßt Nicholas Müller seinen Vater, seine Patentante ist ebenfalls anwesend, und als am Ende alle ganz nah an die Bühne herankommen und "von Brücken" zu den Leuten herunterkommt, wird das Konzert zu einer großen Familienfeier. Der 30-köpfige Chor "Neue Generation" macht das Bild komplett. Die Reaktionen sind entsprechend: "Sensationell gut", lobt Jan (40) aus Trier. Auch Martina (28) ist begeistert: "Das war alles sehr melodisch. Allein die Stimme ist der Wahnsinn."
Das Konzert am Abend war Teil des Musik- und Kulturfestivals "Überall und Hier"am Samstag und Sonntag in den Kaiserthermen. Veranstalter ist die Kulturkarawane, die auch die Moselschätze-Märkte organisiert. Am Samstag gab es neben der Band "von Brücken" unterschiedliche Stände mit selbst gemachten Produkten zu sehen. Auch ein Urban-Gardening-Workshop wurde angeboten. Am Sonntag, beim Familientag, galt das Motto "pay what you want" - jeder zahlte so viel, wie er wollte. Es gab einen Nachhaltigkeitsworkshop und Veranstaltungen auf der Kleinkunstbühne.
Und natürlich wurde auch am Sonntag Musik auf der Hauptbühne geboten. So spielte die Trierer Band "Janitz Music" am Nachmittag und "Lilly among clouds" am Abend.

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