Nicht nur das eigene Wohl im Blick

Nicht nur das eigene Wohl im Blick

EHRANG-QUINT. Ehre wem Ehre gebührt: Der Südwestrundfunk hat das Unternehmen Comes Maschinen- und Anlagebau mit dem "Ehrensache"-Preis für sein ehrenamtliches Engagement bedacht. Motivation des Betriebes: die Lust am Helfen und Gestalten.

Elisabeth Comes weiß nicht, warum ihr Mann, der Unternehmenschef Josef Comes, als einer von sieben Preisträgern aus Rheinland-Pfalz mit dem "Ehrensache"-Preis geehrt wurde. "Das weiß kein Mensch", sagt sie. Der Vorschlag, ihn mit dem Preis zu ehren, kam von der Handwerkskammer Trier. Und dann ging alles "ruck-zuck": Ein SWR-Fernsehteam rollte an und machte Aufnahmen im Betrieb. Dann kam die öffentliche Preisverleihung in einer großen Fernsehgala in Mainz, bei der auch 20 Mitarbeiter und Freunde der Firma dabei waren. "Die haben sich immens mitgefreut", erinnert sich Elisabeth Comes. Freude auch bei Josef Comes, der um die ganze Angelegenheit am liebsten kein Aufheben machen will. "Am meisten habe ich mich über einige Anrufe später gefreut. Da wusste ich genau, dass die genauso froh sind wie ich", sagt Josef Comes, der sich über ehrliche Kollegialität gerührt zeigt. Der 61-jährige gelernte Maschinenbauer führt ein Unternehmen, das sich von einer Ein-Mann-Werkstatt in Zemmer zu einem mittelständischen Industriebetrieb mit bis zu 80 Mitarbeitern entwickelt hat - davon zehn Auszubildende. Durch seine Lehre beim ehemaligen Ehranger Fliesenhersteller Agrob kennt Comes viele Leute in Ehrang. So habe sich zwangsläufig ergeben, dass ihn Vereine und Institutionen immer wieder um Hilfe baten. Inzwischen ist das Engagement breit gefächert. Das Ehranger Marienkrankenhaus profitierte mehrmals von dem ehrenamtliche Eifer, in dem Comes beispielsweise Transportwagen für Krankentragen so umrüstete, dass sie für verschiedene Rettungshubschrauber-Typen verwendet werden können. Dazu kommen das Bereitstellen von Firmenfahrzeugen, Material, Maschinen und Firmengelände für gemeinnützige Zwecke, kostenlose Reparaturarbeiten im Stadtteil Ehrang-Quint, Unterstützung einiger Vereine mit Geldspenden. Bei Bedarf können örtliche Vereine Firmenräume nutzen, oder das Personal wird für verschiedene Anlässe freigestellt. Dass das Unternehmen von seinem Engagement auch profitiert, auch dazu steht Comes, der sich einen positiven Image- und Werbeeffekt und neue geschäftliche Beziehungen verspricht. Ein Nebeneffekt, der für das Unternehmen aber "selbstverständlich nicht im Vordergrund steht". Auch Ehrenämter im Prüfungswesen

Abgesehen von den ehrenamtlichen Initiativen der gesamten Belegschaft, ist Comes seit 33 Jahren im Meisterprüfungsausschuss für Maschinenbau, Werkzeugmacher und Dreher der Handwerkskammer Trier. Zusätzlich wirkt Comes seit 1976 bei der Gesellenprüfung mit."Dafür wird viel Zeit geopfert", sagt Elisabeth Comes. Doch nicht nur Zeit, sondern auch Gedanken, wie Josef Comes einräumt. Schließlich stünden hinter den Prüflingen Menschen, so dass er - wie seine Kollegen - die Prüfungen immer gewissenhaft angehe. "Wenn ich etwas tue, mache ich es mit Liebe", lautet sein Lebensmotto. Dass die Laudatio bei der Preisverleihung von "Paten"-Ministerpräsident Kurt Beck gehalten wurde, hat ihn besonders gefreut. Eine Aufgabe kommt nun auf das Unternehmen noch zu: der Preis, ein stilisiertes bronzenes "E" für "Ehrensache", hat noch keinen Platz gefunden. Elisabeth Comes: "Wir denken an einem extra Ausstellungsschrank im Büro."

Morgen: Der Bäckermeister Rolf Lübeck und seine prämiierten Christstollen.