Nicht unterkriegen lassen: Anna Schneider feiert 100. Geburtstag

Nicht unterkriegen lassen: Anna Schneider feiert 100. Geburtstag

Es ist das Jahr vor Beginn des Ersten Weltkriegs, in dem Anna Schneider geboren wurde: am 5. Juni 1913 in Lothringen. Mit zahlreichen Gratulanten, Kaffee und Kuchen, Schnittchen und Sekt feierte sie nun ihren 100. Geburtstag im Seniorenheim St. Josef in Schweich.

Schweich. Der Blick in Anna Schneiders Gesicht, verrät ihr Alter nicht. Auch das Gespräch mit der Seniorin lässt nicht vermuten, dass sie 1913 geboren wurde. "Sie sehen aus wie eine Filmschauspielerin, sie könnten 80 sein", sagte Anita Kruppert, Beigeordnete der Stadt Schweich. Sie gratulierte der Seniorin mit den schneeweißen Haaren im Namen der Stadt, in die Anna Schneider als Zehnjährige mit ihren Eltern gezogen war.
Als Geschäftsfrau selbstständig



Geboren ist die Hundertjährige in Lothringen. "Sie gehören zur Generation, die sehr gefordert wurde", sagte Kruppert und erinnerte an zwei Weltkriege, Inflation, Hunger und Entbehrungen. 1934 hatte die Jubilarin ihren vor 14 Jahren verstorbenen Ehemann Karl, einen stadtbekannten Malermeister, geheiratet. "Meine Mutter hat Verkäuferin gelernt und in der Oberstiftstraße rund 25 Jahre lang selbstständig ein Geschäft für Tapeten, Lacke und Farben geführt", erzählte Marianne Rös (69). Sie ist neben Inge Lamberty (75) eine der beiden Töchter der rüstigen Seniorin. Zur Familie gehören auch Enkel Volker (45) und Urenkelin Evi (4).
An der festlich geschmückten Geburtstagstafel saß ebenfalls Elfriede Ertle, das 84-jährige Patenkind von Anna Schneider. Nach und nach trudelten Verwandte, Mitarbeiter des Seniorenheims und Politiker ein: Helmut Reis, Beigeordneter des Kreises Trier-Saarburg, gratulierte sogar zweifach - im Namen des Kreises und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Auch die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich, Christiane Horsch, überreichte Blumen und Glückwünsche.
Was ist das Rezept für Anna Schneiders langes Leben? "Ich war immer überall dabei." Regelmäßig habe sie sich ein Glas Wein oder ein Gläschen Danziger Goldwasser, ein Gewürzlikör, gegönnt, gern getanzt und immer Karneval gefeiert. Auch im hohen Alter ist sie noch aktiv und unter Menschen: beim Basteln oder Singen im Seniorenheim, in dem sie seit einem Jahr lebt. Mit dem Rollator als Stütze geht die Hundertjährige außerdem gern spazieren. "Unsere Mutter lässt sich nie unterkriegen", sagt Rös bevor die Schwarzwälder Kirschtorte angeschnitten wird. kat