Nicht wunschlos glücklich

TARFORST. Im Oktober 2000 startete in der Wilhelm-Cüppers-Schule die Bürgerbeteiligung zum Stadtteilrahmenplan. Ein Jahr später wurde ein Bürgergutachten für Tarforst vorgelegt. Noch ist nicht klar, welche Anregungen umgesetzt werden.

Es gibt Stadtteile, da liegen die Probleme auf den oft desolaten Straßen. Und es gibt Tarforst, wo vor drei Jahren 90 Prozent der Befragten ihre Lebenssituation als gut oder sehr gut bewerteten. Dennoch gingen die Tarforster mit Elan an die Erarbeitung ihres Bürgergutachtens. Darin sind zahlreiche Anregungen für den Stadtteilrahmenplan enthalten, der gegenwärtig erstellt wird.Tarforst ist - unabhängig von den Studierenden - ein junger Stadtteil. Doch für die rund 700 Jugendlichen zwischen zehn und 19 Jahren, die sich keinem Sportverein und keiner Pfarrjugend anschließen möchten, bleibt wenig Raum. Die Autoren des Bürgergutachtens schlugen deshalb vor, in der geplanten Grundschule Räume für die freie Jugendarbeit zu schaffen. Diese sollten eventuell mit einem Bürgerhaus verknüpft werden, denn auch das fehlt in dem Stadtteil, in dem Gemeinschaft und Geselligkeit groß geschrieben werden.Nun waren sich die Tarforster Bürgergutachter im Klaren darüber, dass viele der Jugendlichen wenig von einem Jugendtreff hätten, der erst in einigen Jahren eröffnet würde. Deshalb forderten sie von der Stadt räumliche und personelle Zwischenlösungen und schlugen als ersten Ansatz eine Hausaufgabenbetreuung im "Treff" vor. Doch die Forderung, ein leer stehendes Ladenlokal in der Passage für einen "Freien Jugendtreff Tarforst" anzumieten, wurde bislang nicht aufgegriffen. Ebenso düster sieht die Bilanz bei einem weiteren Thema aus. Zahlreiche Tarforster wollen im Ort selbst und auf dem Weg ins Tal das Fahrrad nutzen. So ließen sich die Verbindungsstraßen in die Innenstadt und die Verkehrssituation in Tarforst entlasten, wird im Bürgergutachten argumentiert. Konkret solle unter anderem der bislang nur einseitige Radweg der Kohlenstraße künftig beidseitig geführt werden. Zwischen dem Trimmelter Hof und dem Olewiger Tal sowie Alt-Tarforst und Kürenz existiert momentan nicht der Ansatz einer Radweg-Verbindung.Ein Vorschlag wurde umgesetzt: Die Buslinien 6 und 16 fahren inzwischen bis ans neue Einkaufszentrum in der Kohlenstraße, womit die ÖPNV-Verbindung zum Trimmelter Hof erheblich verbessert wurde.Was von den Anregungen im Bürgergutachten tatsächlich aufgegriffen wird, werden die Tarforster erst erfahren, wenn der Stadtteilrahmenplan vorliegt. Dort wird konkret auf alle Vorschläge eingegangen und ein Zeitrahmen für die Umsetzung geplanter Maßnahmen genannt. Werden Anregungen nicht aufgegriffen, wird dies im Stadtteilrahmenplan begründet. Schon jetzt scheint klar, dass größere Beträge erst in einigen Jahren ausgegeben werden können.Denn aus Gründen der Gleichberechtigung möchte die Verwaltung erst sämtliche Stadtteilrahmenpläne abwarten, bevor größere Investitionen getätigt werden.Morgen in unserer Tarforst-Reihe: Mit Half-Pipe und Basketball-Körben - der Platz für die jungen Leute des Stadtteils wird bald Wirklichkeit.