"Nicht zur Marke geworden"

Der Trierer Stadtvorstand hat in einer Pressekonferenz erläutert, warum er eine Fortsetzung der Antikenfestspiele nicht für sinnvoll hält. OB Klaus Jensen und Kulturdezernent Thomas Egger sprachen von einer "schweren, aber unumgänglichen Entscheidung".

Trier. (DiL) Als entscheidenden Grund benannte der Oberbürgermeister die Finanzlage: Angesichts der anstehenden schmerzhaften Spar-Bemühungen im städtischen Haushalt sei es nicht zu rechtfertigen, "so viel Geld für ein Angebot auszugeben, das so wenig Zuspruch findet". Die schwache Auslastung in dieser Saison sei eine "Abstimmung mit den Füßen" gewesen.

Jensen ging aber in seiner Analyse darüber hinaus. Er habe in den vergangenen Jahren feststellen müssen, "dass niemand in der Stadt und der Region für diese Festspiele so richtig brennt". Auch das Engagement der Wirtschaft sei sehr zurückhaltend gewesen. Die Festspiele hätten es nicht geschafft, "die erhoffte Marke zu werden".

Kulturdezernent Egger hob noch einmal die künstlerische Qualität der Produktionen dieses Jahres hervor, verwies aber auch auf die "dauernden Konzept-Änderungen von Anfang an", die eine Etablierung des Festivals am Markt erschwert hätten. Er plädierte dafür, das Label Antikenfestspiele endgültig fallen zu lassen. Ohne Zeitdruck und mit dem Abstand einiger Jahre könne man dann an einen "Plan B" denken, der dann aber keine Wiederaufnahme der Festspiele sein dürfe. "Wir müssen das völlig neu denken", sagte Egger.

OB Jensen wies darauf hin, dass die ihm bekannten Reaktionen auf den Vorschlag des Stadtvorstands "mit einer Ausnahme alle positiv waren". Das Aus für die Festspiele sei zwar schade, aber sein Bedauern halte sich doch "in Grenzen".