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Niemand ist zu klein, Ersthelfer zu sein

Niemand ist zu klein, Ersthelfer zu sein

Beim Fahrradfahren, Rumtoben in der Schule oder Spielen auf dem Spielplatz - auch wenn ihr noch so sehr aufpasst, es kann immer mal ein Unfall passieren. Doch was macht ihr, wenn kein Erwachsener in der Nähe ist? Lucky wollte genau das wissen und hat in der Grundschule Neuerburg gelernt: Keiner ist zu klein, Ersthelfer zu sein.

Wittlich/Neuerburg. Nina liegt leblos am Boden. "Hallo? Nina? Kannst Du mich hören?" Die Viertklässlerin gibt keinen Mucks von sich. Da auch kein Lehrer da ist, der helfen kann, beugt sich Mitschülerin Helena über ihr Gesicht, prüft nach, ob Nina noch atmet, und dreht sie anschließend mit geübten Griffen auf die Seite. Lucky ist beeindruckt. Auch die anderen Schüler applaudieren, und erst jetzt kann Lucky aufatmen, denn Nina rappelt sich wieder vom Boden auf. Kerngesund - und jetzt dämmert es auch unserer Leseratte: Das war alles nur gespielt! Denn die Viertklässler der Grund- und Hauptschule Neuerburg lernen heute, wie sie Erste Hilfe leisten können.

"Trau Dich - Keiner ist zu klein, um Ersthelfer zu sein" heißt das Projekt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), in dem Grundschulkindern der dritten und vierten Klassen gezeigt wird, was sie tun können, wenn jemand bei einem Unfall verletzt wird. Und Kinder sind ganz, ganz tolle Ersthelfer, ist Birgit Heupts, Erste-Hilfe-Ausbilderin beim DRK, überzeugt: "Kinder haben keine Angst, etwas falsch zu machen." Die hat unsere Leseratte Lucky auch nicht - und da sie ebenfalls eher klein ist, aber dennoch nicht hilflos sein möchte, wenn es anderen schlecht geht, lernt sie gemeinsam mit den Neuerburger Viertklässern die wichtigsten Handgriffe bei der Ersten Hilfe. Dazu gehört etwa die stabile Seitenlage, die Helena schon perfekt beherrscht. Damit kann man einen Bewusstlosen so auf die Seite drehen, dass er beispielsweise nicht an seinem eigenen Blut oder Erbrochenen ersticken kann.

"Hauptsache, man kann Menschenleben retten"



Ganz wichtig ist auch der Notruf, mit dem man per Telefon ganz rasch einen Arzt rufen kann: "Die 112 müsst ihr wählen", erklärt Birgit Heupts den Grundschülern. Und danach muss man erklären, wo man sich befindet, was passiert ist, wie viele Personen verletzt sind und welche Verletzungen vorliegen. Und nicht vergessen: Auf Rückfragen warten, denn vielleicht will die Stimme am anderen Ende der Leitung noch mehr wissen.

Eigentlich ganz einfach, denkt sich Lucky und versucht angestrengt, sich diese Dinge zu merken - allerdings so angestrengt, dass unsere Leseratte dabei das Atmen vergisst und umfällt. Wie gut, dass ganz viele mutige Ersthelfer um sie herum sind, die wissen, was zu tun ist: Da Lucky nicht mehr atmet und auch sein Herz nicht mehr klopft, braucht er eine Herz-Lungen-Wiederbelebung! 30 Mal drückt Heupts auf die klei ne Brust unserer Leseratte, anschließend pustet sie ihr Luft in den Mund - und siehe da: Dank der Rettungsmaßnahmen kommt Lucky schnell wieder auf die Beine.

"Die Herz-Lungen-Wiederbelebung darf man aber nur im Ernstfall machen", warnt die Erste-Hilfe-Ausbilderin. Die Neun- und Zehnjährigen lauschen aufmerksam ihren Worten, denn sie alle wollen tolle Ersthelfer werden. Spaß haben sie sogar auch dabei - wie Luca, der zum Schluss begeistert erklärt: "Hauptsache, man kann Menschenleben retten."