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Noaren so gääkisch wie am Zockerhut

Noaren so gääkisch wie am Zockerhut

Gelungene Premiere: Die erste Kappensitzung im umgebauten Kordeler Bürgerhaus war stimmungsmäßig ein Knaller. Die Darbietungen waren so mitreißend, dass Besucher auf Stühlen und Tischen tanzten.

Kordel. Wenn es eine Vollblutkarnevalistin aus Köln nicht mal schafft, in der Beliebtheitsskala des Publikums ganz oben zu landen, kann man sich ausmalen, wie stark die anderen Auftritte gewesen sein müssen. Vor ausverkauftem Haus (300 Besucher) bewies der Karnevalsverein Kordel am Samstagabend einmal mehr, was eine Fastnachtshochburg auszeichnet: eine Mischung aus Büttenreden und Showprogramm, die Jung und Alt anspricht. Den Vogel schoss eindeutig "Gloria" (Stefan Sorgen) ab, bekannt aus der Rosa-Sitzung in Trier. Ob Katja Ebsteins "Theater" oder Chris Roberts' "Du kannst nicht immer siebzehn sein": Die Schlager zum Mitsingen und Mitschwingen waren so richtig nach dem Geschmack des Publikums. Dafür gab's ein Extra-Bussi von Sitzungspräsident Medi Roth. Nächstes Jahr, dazu nötigte ihn Gloria, wollen die beiden "Time of my life" auf der Kordeler Bühne im Duett darbieten.

Kordel ist nicht Köln - das musste Marlies von Rompay alias "Susi Jeckeschoss" erfahren. Das munter plaudernde Auditorium verspürte offenbar keine allzu große Lust auf ihre Kalauer. Anders bei den Büttenreden mit Lokalkolorit: "Buttje vuun da Kyll" (Guido Gangolf) durchforstete heiter-nachdenklich das Kordeler Dorfleben und wünschte sich lieber die Raketenstation zurück, als dass ein "Furzreaktor" (Biogasanlage) dorthin kommt.

Brasilianische Samba-Rhythmen



Mit ihrem trockenen Humor begeisterten Harry Reuter und Thomas Lieser als "Harry Hirsch und Seppel Sonnenschein". Beispiel gefällig? Wie nennt man einen Plattenleger im Gefängnis? Kachelmann! Oder den: Angela Merkel kommt im Verteidigungsministerium vorbei, benötigt einen Kopierer und fragt eine Sekretärin, wo sie einen findet. Die antwortet, der sei im Flugzeug auf dem Weg nach Afghanistan.

Wenn's darum geht, für Stimmung zu sorgen, sind die Troulichter aus der Kordeler Fastnacht nicht wegzudenken. Es gibt wohl keinen im Ort, der in ihren Klassiker "Mir lossen de Kaulay an Kuardel" nicht einstimmen kann.

Optische und musikalische Highlights des Abends waren die Tänze von Jugend- und Prinzengarde, wobei diesmal getreu dem Motto "Gääkischkeet deet Noaren gut - vuun Kuardel bis zum Zockerhut" brasilianische Samba-Rhythmen den Takt angaben. Das Original, den Karneval in Rio, konnte das Kordeler Prinzenpaar Gertrud und Herbert übrigens live am Rande eines Besuchs bei dem Sohn der Prinzessin erleben. EXTRA

Mitwirkende: Präsident Medard Roth, Prinzenpaar Gertrud I. und Herbert I., "Gloria" (Stefan Sorgen), Tanzgruppen: Jugendgarde, Prinzengarde, Tanzmäuse (Trainer Isabell Rivera, Markus Deutsch), Stadthusaren Schweich mit Präsident Herbert Becker und Tanzpaar Jannis Melchior und Marvin Becker, Männerballett (Trainerin Anne-Lena Engelke), "Buttje vuun da Kyll" (Guido Ganggolf), "Susi Jeckeschoss" (Marlies von Rompay), "Harry Hirsch und Seppel Sonnenschein" (Harry Reuter, Thomas Lieser), Musik: Band Troulichter, Duo No Limits. (alf)